Kurz vor Wintereinbruch fehlt es laut Caritas international im Gazastreifen an sauberem Trinkwasser, Lebensmitteln und Unterkünften. Dennoch schwinde die Aufmerksamkeit für die schwierige humanitäre Lage der Menschen dort, beklagte das katholische Hilfswerk am Montag in Freiburg. Die israelische Regierung müsse Hilfslieferungen gewährleisten und die internationale Gemeinschaft die Hilfen ausreichend finanzieren. Ohne eine spürbare Steigerung von Hilfslieferungen und deren Finanzierung sähen die Menschen im Gazastreifen einem bitteren Winter entgegen.
Die Einfuhr von Gütern nach Gaza bleibe wegen Israel unberechenbar, sagte Oliver Müller, Leiter von Caritas international. „Immer wieder werden die Trucks an den Grenzübergängen zurückgewiesen, ohne dass die Gründe hierfür transparent nachvollziehbar sind.“ Laut Vereinten Nationen werde am ägyptischen Grenzübergang Rafah nur jeder zweite Lastwagen durchgelassen. Trotzdem konnten die Caritas und ihre Partner innerhalb von zehn Monaten mehr als 760 Lastwagen in den Gazastreifen bringen.
1,7 Millionen Menschen in Behelfsunterkünften
Zuletzt hatte sich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) besorgt über die anhaltende humanitäre Krise im Gazastreifen geäußert. Ein Jahr nach Beginn der fragilen Waffenruhe bleibe die Gesundheitslage katastrophal.
Durch die israelischen Angriffe auf die Enklave wurden laut Caritas rund 85 Prozent aller Gebäude zerstört oder beschädigt. Mehr als 1,7 Millionen Menschen müssten in Behelfsunterkünften ausharren.
Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Widerstandsorganisation Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Viele Experten und Menschenrechtsorganisationen stufen diesen als Genozid ein.
Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden während der Waffenruhe mindestens 1.454 Palästinenser getötet. Demnach tötete Israel seit Oktober 2023 mehr als 74.230 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 175.206 weitere.























