Rund eine Woche nach der Aufnahme an der Berliner Charité hat sich der Gesundheitszustand des US-amerikanischen Ebola-Patienten verbessert. Dem Mann gehe es den Verhältnissen entsprechend gut, sagte Leif Erik Sander, Direktor der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin der Charité, bei einem Pressetermin. Auch die Viruskonzentration sei über die Woche schnell abgefallen. „Der Patient ist also relativ stabil und wir hoffen wirklich, dass sich die Situation weiter stabilisiert.“ Indes stieg in Afrika die Zahl der Ebola-Verdachtsfälle.
Anfangs sei der Mann sehr geschwächt gewesen und habe typische Symptome einer Ebola-Virus-Infektion gezeigt. Zudem habe er eine hohe Viruslast gehabt. „Glücklicherweise war der Patient zu keinem Zeitpunkt so schwer krank, dass er intensivmedizinisch behandelt werden musste“, sagte Sander. Der Patient habe eine kombinierte antivirale Therapie erhalten.
Weiter sagte der Infektiologe: „Wir sind anhand des Verlaufs sehr optimistisch, dass der Patient sich vollständig erholen kann und dann auch die Virusinfektion besiegt ist.“ Der Mann wird auf der Sonderisolierstation der Charité behandelt. Dabei handelt es sich um eine geschlossene Einheit, getrennt vom regulären Klinikbetrieb. Weder für die Bevölkerung noch für Patienten bestehe daher Gefahr, betonte das Bundesgesundheitsministerium.
Warken: Momentan keine Anfragen für weitere Aufnahmen
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) informierte sich bei einem Besuch an dem Universitätsklinikum über den Zustand des US-Amerikaners. Dabei dankte sie allen Beteiligten für die reibungslose Aufnahme und Versorgung des Mannes. Auf die Frage, ob weitere Patienten nach Deutschland kommen sollten, antwortete sie: „Wir haben momentan keine weiteren Anfragen.“
Zudem betonte sie die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit. „Kein Land kann alleine solche Ausbrüche bekämpfen, kontrollieren, sie früh erkennen“, sagte die Gesundheitsministerin. Es brauche Zusammenarbeit, gemeinsame Forschung, gemeinsame Entwicklung von Medikamenten, von Therapien.
Der US-amerikanische Arzt war vergangene Woche in der Berliner Charité aufgenommen worden. Seine Ehefrau und Kinder trafen eine Nacht später dort ein. Hintergrund war ein entsprechendes Hilfeersuchen der US-Behörden. Nach Angaben der Universitätsklinik wurden bei dem Patienten das Bundibugyo-Virus, eine Art des Ebola-Virus, mit einem PCR-Test eindeutig nachgewiesen.
Ehefrau und vier Kinder sind symptomfrei
Die Frau und Kinder des Patienten, die als Hochrisikokontakte eingestuft werden, sind Sander zufolge aktuell symptomfrei und befinden sich in einem getrennten Teil der Station in Quarantäne. „Bis zum heutigen Tag konnten wir kein Ebola-Virus nachweisen“, so Sander.
Für die Frau und die Kinder gilt eine Quarantäneanordnung von 21 Tagen seit dem letzten Kontakt. „Und im Falle des Patienten wird in der Regel gefordert, dass mindestens 72 Stunden Symptomfreiheit besteht und dass zwei konsekutive Tests im Abstand von 48 Stunden virus-negativ sind“, erläuterte der Infektiologe.
Ansteckend und lebensbedrohlich
Ebola-Fieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, weil es für den seltenen Bundibugyo-Typ bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.
Zuletzt hatte die kongolesische Regierung 1.,077 Verdachtsfälle und darunter 246 Todesfälle gezählt. Im Labor bestätigt wurden demnach 121 Infektionen, darunter 17 mit tödlichem Verlauf. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt, weil der Ausbruch wochenlang unbemerkt blieb und nicht alle Fälle gemeldet werden. Im Nachbarland Uganda sind bislang sieben weitere bestätigte Fälle bekannt, die mit dem Ausbruch im Ostkongo in Zusammenhang stehen. Zahlen zu Verdachtsfällen veröffentlicht das Land nicht.
WHO fordert Waffenstillstand zur Eindämmung von Ebola
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte vor einer „katastrophalen Kollision von Krankheit und Konflikt“ in der vom Ebola-Ausbruch betroffenen Region im Osten der Demokratischen Republik Kongo. „Wir können weder das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen noch Kranke isolieren, während Bomben fallen“, schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf dem Nachrichtenportal X. Er appellierte an die Kriegsparteien, sich auf einen sofortigen Waffenstillstand zu einigen, damit der Ausbruch eingedämmt werden kann.
Weil es keinen exakt passenden Impfstoff und keine speziellen Medikamente gegen die kursierende Ebola-Variante gibt, kann die Infektionskette nur unterbrochen werden, wenn Infizierte unter höchsten Sicherheitsstandards behandelt werden und ihre Kontakte sich für drei Wochen isolieren.




























