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Weitergabe geheimer Infos an „Bild“-Zeitung: Israels Justiz will Netanjahu-Vertrauten anklagen
Ein Netanjahu-Vertrauter soll in Israel wegen Weitergabe geheimer Informationen an die „Bild“-Zeitung angeklagt werden. Im Fokus stehen ein vertrauliches Militärdokument sowie Vorwürfe der Beweismittelvernichtung und Gefährdung von Staatssicherheit.
Weitergabe geheimer Infos an „Bild“-Zeitung: Israels Justiz will Netanjahu-Vertrauten anklagen
Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel / Foto: DPA

Wegen der Weitergabe sicherheitsrelevanter Informationen an die „Bild“-Zeitung will Israels Generalstaatsanwaltschaft einen Vertrauten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu anklagen. Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara erklärte am Donnerstag, sie werde gegen Netanjahus Berater Jonatan Urich bei einem Tel Aviver Gericht Anklage erheben.

Die Anklagepunkte umfassen laut einer der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Kopie des Schreibens an Urichs Anwälte den Besitz und die Weitergabe geheimer Informationen. Zudem wird ihm die Vernichtung von Beweismitteln sowie die Gefährdung der Sicherheit des Staates zur Last gelegt.

Die Vorwürfe beziehen sich auf Urichs Rolle bei der Weitergabe eines vertraulichen Dokuments des Militärgeheimdienstes der israelischen Streitkräfte an die „Bild“-Zeitung im September 2024. Darin ging es um die von der palästinensischen Widerstandsorganisation Hamas im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln und den Stand der Bemühungen um deren Freilassung.

Zwei weitere frühere Berater Netanjahus, Eli Feldstein und Ari Rosenfeld, wurden in diesem Fall bereits angeklagt. Israelischen Medien zufolge hatte Feldstein das Dokument von einem Unteroffizier des Militärgeheimdienstes erhalten und den Plan ausgeheckt, es an die Presse weiterzugeben.

Urich ist einer der engsten Berater Netanjahus. Er gilt auch als Verdächtiger in der sogenannten „Katargate“-Affäre. In deren Zentrum steht der Vorwurf der Bestechung israelischer Beamter durch Katar.

Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Widerstandsorganisation Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums tötete Israel seit dem 7. Oktober 2023 mehr als 72.500 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 172.000 weitere. Etwa 90 Prozent der zivilen Infrastruktur im Gazastreifen wurden zerstört.

Am 10. Oktober trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird. Laut dem palästinensischen Gesundheitsministerium wurden seit dem Waffenruhe-Abkommen mehr als 900 Palästinenser getötet und über 2700 weitere verletzt.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen