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London: Krisentreffen zu Sperrung der Straße von Hormus
Irans Blockade der Straße von Hormus hat enorme Auswirkungen auf die globale Wirtschaft. In London ist man nun mit einer internationalen Krisensitzung auf der Suche nach dringenden Lösungen.
London: Krisentreffen zu Sperrung der Straße von Hormus
London: Krisentreffen zu Sperrung der Straße von Hormus / Foto: Reuters / Reuters
vor 2 Stunden

Die britische Außenministerin Yvette Cooper hat zum Auftakt eines internationalen virtuellen Treffens zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus die „dringende Notwendigkeit“ einer Wiedereröffnung der Meerenge unterstrichen. Die „Rücksichtslosigkeit“ des Iran bei der Blockierung der Straße von Hormus „trifft unsere globale wirtschaftliche Sicherheit hart“, sagte Cooper zu Beginn des Treffens am Donnerstag, an dem mehr als 40 Staaten teilnehmen. Auch Deutschland ist bei der von Großbritannien einberufenen Krisensitzung dabei und wird von Staatssekretär Géza Andreas von Geyr vertreten.

„Heute sind Außenminister und Vertreter aus über 40 Ländern zusammengekommen, um über die Straße von Hormus zu beraten, über die Folgen ihrer Sperrung, die dringende Notwendigkeit, die Freiheit der Schifffahrt für den internationalen Seeverkehr wiederherzustellen und über unsere Entschlossenheit, die Straße wieder zu öffnen“, erklärte die britische Außenministerin, die den Vorsitz bei dem Treffen hat.

Die an den Iran grenzende Straße von Hormus ist für den weltweiten Öl- und Gashandel von wesentlicher Bedeutung. Seit Beginn des völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran haben die iranischen Streitkräfte die Meerenge für die USA, Israel und ihre Verbündeten de facto gesperrt – was zu einem massiven Anstieg der Ölpreise beigetragen hat. Gleichwohl kamen aus einer Reihe von NATO-Staaten ablehnende Antworten auf Trumps Vorstoß für einen militärischen Einsatz der Allianz in dem Meeresgebiet.

Großbritanniens Regierungschef Keir Starmer hatte am Mittwoch erklärt, das Treffen diene dazu, alle „diplomatischen und politischen Maßnahmen zu prüfen, die wir ergreifen können, um die Freiheit der Schifffahrt wiederherzustellen“. Im Anschluss an das Treffen würden auch „unsere militärischen Planer einberufen, um zu prüfen, wie wir unsere Kapazitäten bündeln und die Meerenge nach den Kämpfen wieder sicher machen können.“ Starmer warnte, die Wiedereröffnung der Meerenge werde „nicht einfach“ sein.

Trump: „Holt euch euer eigenes Öl!“

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, die USA würden Ländern, die bei ihren Öllieferungen von der Straße von Hormus abhängen, nicht helfen. „Ihr müsst lernen, euch selbst zu verteidigen, die USA werden nicht mehr für euch da sein, genau so, wie ihr nicht für uns da wart“, schrieb Trump am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth Social.

Trump forderte, „alle Länder, die wegen der Straße von Hormus kein Kerosin mehr haben – wie etwa Großbritannien“ sollten den „Mut“ aufbringen, in die Straße von Hormus zu fahren und sich das Öl „einfach zu holen“. „Der Iran ist zerschlagen. Das Schlimmste liegt hinter uns. Holt euch euer eigenes Öl!“, schrieb Trump.

Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und die Niederlande hatten sich Mitte März bereit erklärt, mit „geeigneten Maßnahmen“ eine sichere Durchfahrt durch die Meerenge zu gewährleisten. Später schlossen sich zahlreiche weitere Staaten. Mehrere Länder hatten jedoch erklärt, dass Maßnahmen erst erfolgen könnten, wenn der Krieg beendet ist.

US-israelischer Angriffskrieg gegen den Iran

Israel und die USA hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Bei landesweiten Luftangriffen wurden mehrere ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das geistige Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Die US-israelischen Angriffe erfolgen auch in zivilen Wohngebieten.

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums töteten Israel und die USA bisher mindestens 1.937 Menschen im Iran. Mehr als 24.800 Menschen wurden demnach verletzt.

Der Iran reagiert mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Offizielle Stellen meldeten bisher mindestens 167 Tote und Hunderte Verletzte.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen