Hilfsorganisationen und Wohlfahrtsverbände sehen nach Deutschland geflüchtete Kinder als massiv benachteiligt an. Der Paritätische Gesamtverband und die Kinderrechtsorganisation Save the Children bezogen sich zur Begründung dabei am Dienstag in Berlin auf eine bundesweite Befragung unter Mitarbeitenden von Beratungsstellen, Kitas und Unterkünften mit Geflüchteten. Neugeborene ohne medizinische Versorgung, Kinder ohne Zugang zu Freizeitangeboten oder Schwangere ohne gesundes Essen seien demnach für viele geflüchtete Familien Realität. Betroffen seien rund 100.000 Kinder, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen.
Laut Befragung sehen 87 Prozent der Fachkräfte die Teilhabe der Kinder als eingeschränkt an. 74 Prozent halten die Gesundheitsversorgung für unzureichend. Über 70 Prozent sagten, eine gesunde Ernährung sei nicht möglich. Auch die Bezahlkarte erweise sich als nicht alltagstauglich und stigmatisierend. Besonders benachteiligt seien Neugeborene, Kinder mit Behinderungen, psychischen oder chronischen Erkrankungen.
Appell: Leistungskürzungen ausschließen
Der Geschäftsführer von Save the Children, Florian Westphal, sprach von einem Skandal. Kinder mit Grundleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhielten noch weniger als Kinder, die Grundsicherung beziehen. „Es darf nicht sein, dass Kinder aufgrund ihres Aufenthaltsstatus von vielem ausgeschlossen sind, was für Gleichaltrige in Deutschland selbstverständlich ist“, sagte Westphal.
Gemeinsam mit dem Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Joachim Rock, forderte er, Leistungskürzungen für Familien mit minderjährigen Kindern ausnahmslos auszuschließen. Auch müsse geprüft werden, ob die Regelsätze gesunde und bedarfsgerechte Ernährung ermöglichen.























