Jared Kushner, US-Unterhändler und Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, hat in Ägypten Gespräche über die Zukunft des Gazastreifens geführt. Er traf in El Alamein den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi, wie die ägyptische Präsidentschaft am Sonntag mitteilte. Auch der ägyptische Außenminister Badr Abdel-Atti und Geheimdienstchef Hassan Raschad seien zugegen gewesen.
Kushner werde in Ägypten auch eine Hamas-Delegation treffen, verlautete aus Kreisen der palästinensischen Widerstandsorganisation. Die Zusammenkunft sei vom ägyptischen Geheimdienst vermittelt worden. Anschließend reise Kushner weiter zu Gesprächen nach Israel. Er wollte dort nach Medienberichten unter anderem den Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu treffen.
Netanjahu hatte vor einer Woche gesagt, Israel lehne einen Fahrplan des sogenannten Board of Peace für den durch Israels Vernichtungskrieg großflächig zerstörten Gazastreifen ab. „Die israelische Armee wird keinerlei Abzug vollziehen, bis die Hamas entwaffnet ist“, sagte Netanjahu. Außerdem bekräftigte der Regierungschef seine Ablehnung eines unabhängigen palästinensischen Staates. Der ranghohe Hamas-Vertreter Bassem Naim sagte dagegen, die Hamas bleibe dem Gaza-Fahrplan verpflichtet.
Nach dem Fahrplan des Rats sollen Israel und die Hamas die Kämpfe einstellen. Eine palästinensische Übergangsverwaltung soll mit Unterstützung einer internationalen Stabilisierungstruppe die Kontrolle über Verwaltung und Sicherheit übernehmen. Erst nach einer schrittweisen und international verifizierten Übergabe aller Waffen durch die Hamas nach Sektoren werde von Israel ein Abzug aus dem Gazastreifen erwartet, „Schritt für Schritt, in Phasen, letztendlich bis zum Gaza-Grenzzaun“, hatte der Hohe Vertreter des Friedensrats, Nikolaj Mladenow, am Montag gesagt.
In einer gemeinsamen Erklärung kritisierten die Außenminister von Türkiye, der Vereinigten Arabischen Emirate, Katars, Jordaniens, Indonesiens, Pakistans, Saudi-Arabiens und Ägyptens die Zurückweisung des Fahrplans und die Ablehnung der Zweistaatenlösung durch Israel. „Diese Positionen kommen einer direkten Ablehnung des Gesamtplans gleich, gefährden dessen Umsetzung und untergraben grundlegend die gemeinsamen Bemühungen um einen gerechten und dauerhaften Frieden“, hieß es in der Mitteilung am Sonntagabend.
Zugleich wiesen die Minister darauf hin, wie wichtig ein anhaltendes Engagement der USA sei, um die vollständige Einhaltung der im Gesamtplan vorgesehenen Verpflichtungen durch Israel sicherzustellen und durchzusetzen.
Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird.
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden während der Waffenruhe mindestens 1.262 Palästinenser getötet. Demnach tötete Israel seit Oktober 2023 mehr als 73.391 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 174.280 weitere.























