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Rund 300 Geflüchtete im Norden Marokkos nahe der Grenze zu Ceuta festgenommen
Nach dem jüngsten Massenandrang auf Ceuta verstärkt Marokko zwar seine Grenzkontrollen, doch die Lage bleibt angespannt. Falschinformationen heizen die Situation auf, während Behörden weitere Festnahmen melden.
Rund 300 Geflüchtete im Norden Marokkos nahe der Grenze zu Ceuta festgenommen
Rund 300 Geflüchtete im Norden Marokkos nahe der Grenze zu Ceuta festgenommen / Foto: Sven Kaeuler/dpa

Zwei Wochen nach dem Massenandrang von Schutzsuchenden in die spanische Exklave Ceuta sind im Norden Marokkos fast 300 Geflüchtete festgenommen worden. 294 Menschen, die meisten von ihnen Bürger aus Ländern südlich der Sahara, seien am Samstag nahe der Grenze zu Ceuta von marokkanischen Sicherheitskräften abgefangen worden, berichtete das Nachrichtenportal „Le360“.

Ein Behördenvertreter sprach von einer „Routinemaßnahme zur Verhinderung von Versuchen der irregulären Migration“ in Richtung Ceuta. Die Geflüchteten wurden auf einem bewaldeten Hügel oberhalb der Stadt Fnideq aufgegriffen.

Die marokkanischen Behörden hatten am Mittwoch angesichts von Falschmeldungen im Internet Maßnahmen angekündigt, um zu verhindern, dass erneut größere Gruppen von Schutzsuchenden versuchen, nach Ceuta zu gelangen. In den online verbreiteten Beiträgen wurde das Gerücht verbreitet, dass die Grenze nach Ceuta am Samstag geöffnet werde.

Laut den Portalen „Le360“ und „Hespress“ wurden in den vergangenen Tagen in Marokko mehr als 60 Menschen festgenommen hätten, denen vorgeworfen wird, in Onlinenetzwerken „zur irregulären Migration anzustiften oder diese zu fördern“. Beobachter vermuten Verbindungen nach Israel, dessen Beziehungen zu Spanien seit dem Gaza-Krieg angespannt sind. Spaniens Regierung unter Pedro  Sánchez gehört zu den schärfsten Kritikern des israelischen Vernichtungsfeldzuges gegen die Palästinenser und setzt sich für politische Maßnahmen gegen Israel ein.

Vor rund zwei Wochen hatten nach Angaben der spanischen Behörden etwa 72.000 Menschen die neben Marokko gelegene Exklave Ceuta auf dem Landweg oder schwimmend erreicht. Der Großteil von ihnen wurde in das nordafrikanische Land zurückgebracht.Während des Ansturms der Schutzsuchenden kamen nach offiziellen Angaben 91 Menschen ums Leben. Die Menschenrechtsgruppe AMDH geht hingegen von mindestens 141 Toten aus.

Was genau den Ansturm der Schutzsuchenden ausgelöst hatte, bleibt weiterhin unklar. Die marokkanischen Behörden gaben keine offizielle Erklärung dazu ab. Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez machte von der „Schleusermafia“ verbreitete Gerüchte über eine angeblich geöffnete Grenze für die Geschehnisse verantwortlich. Beobachter mutmaßen zudem eine von Israel organisierte Fluchtwelle auf Basis von gestreuter Desinformation über offene Grenzen zu Spanien. Marokko und Israel führen eine enge strategische Partnerschaft. Spaniens Regierung gehört zu den schärfsten Kritikern des israelischen Vernichtungsfeldzuges gegen die Palästinenser und setzt sich für politische Maßnahmen gegen Israel ein.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen