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Westjordanland: Israelische Siedler belagern palästinensische Häuser in Kusra
In Kusra sind Berichten zufolge rund 15 Palästinenser in ihren Häusern eingeschlossen, weil extremistische israelische Siedler die Gegend weiterhin belagern. Aktivisten versuchen, die Eingeschlossenen mit Hilfsgütern zu versorgen.
Westjordanland: Israelische Siedler belagern palästinensische Häuser in Kusra
Westjordanland: Israelische Siedler belagern palästinensische Häuser in Kusra / Foto: Nidal Eshtayeh/AP/dpa

Extremistische israelische Siedler halten sich palästinensischen und israelischen Berichten zufolge weiterhin in der Nähe von palästinensischen Wohnhäusern im Dorf Kusra im nördlichen Westjordanland auf. Der Dorfvorsteher Abdul Asim al-Wadi sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie belagerten die Häuser weiterhin.

Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, rund 15 Palästinenser seien weiterhin in ihren Häusern eingeschlossen. Die Bewohner harren dort dem Bericht zufolge derzeit unter schwierigen Bedingungen aus, weil sie sich bedroht fühlten. Palästinensischen Angaben zufolge sind auch zwei Kinder im Alter von vier und zehn Jahren betroffen. Israelische Medien meldeten, die Siedler seien am Morgen in die Gegend zurückgekehrt.

Israels Armee äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Berichten. 

Aktivisten bringen Lebensmittel – Israels Militär verweigert Zutritt

Mehrere Medien sowie Kusras Dorfvorsteher berichteten weiterhin, dass israelische und internationale Aktivisten mit Lebensmitteln und Getränken für die Palästinenser in die Gegend gekommen seien. Israelische Soldaten hätten sie aber nicht zu den Häusern gelassen. Israels Militär sagte auf Anfrage, allen israelischen Staatsbürgern sei der Zutritt zu Kusra untersagt. 

Seit Sonntag belagern extremistische israelische Siedler die Häuser der palästinensischen Bewohner. Von palästinensischer Seite hatte es am Donnerstag geheißen, die Bewohner seien von Israel zur Evakuierung gezwungen worden. Das israelische Militär teilte daraufhin mit, die palästinensischen Einwohner sollten in ihren Häusern bleiben. Israelische und palästinensische Medien berichteten unter Berufung auf die Bewohner, dass israelische Soldaten in der Zwischenzeit Schäden in den Häusern angerichtet und dort Geld gestohlen haben sollen. 

Kritik aus den USA

Der als sehr pro-israelisch geltende US-Botschafter Mike Huckabee nannte die Siedler in Kusra „israelische Terroristen“. Die USA hätten Israels Militär und Polizei aufgefordert, die radikalen Siedler aus Kusra zu entfernen. Sie belagern auch ein Haus, das einem Palästinenser mit US-Staatsbürgerschaft gehört.

In den vergangenen Jahren hat die Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland zugenommen. Dem israelischen Militär wird immer wieder vorgeworfen, gegen solche Angriffe nicht vorzugehen. Nur selten wird darüber berichtet, dass Siedler nach Attacken zur Rechenschaft gezogen werden.

Israel besetzt seit dem Sechstagekrieg 1967 unter anderem das palästinensische Westjordanland und Ostjerusalem. Heute leben dort rund 700.000 Siedler in mehr als 250 illegalen Siedlungen. Immer wieder kommt es dort zu Übergriffen auf Palästinenser durch extremistische Siedler und israelische Besatzungstruppen. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den israelischen Siedlungsbau in einer Resolution aus dem Jahr 2016 und stufte ihn als völkerrechtswidrig ein.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen