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Einwanderung aus Türkiye hat viele Gründe
65 Jahre nach dem Anwerbeabkommen hat die Hälfte der Personen mit türkischer Einwanderungsgeschichte einen deutschen Pass. 61 Prozent der Menschen im erwerbsfähigen Alter ist berufstätig.
Einwanderung aus Türkiye hat viele Gründe
Die Fahnen von Nordrhein-Westfalen (l-r), der Türkei und Deutschland wehen. / Foto: David Young/dpa

Rund 2,6 Millionen Menschen mit türkischer Einwanderungsgeschichte haben im Jahr 2025 in Deutschland gelebt. Davon waren rund 1,5 Millionen selbst eingewandert, 1,2 Millionen sind in Deutschland geboren, wie das Statistische Bundesamt anlässlich des 65-jährigen Jubiläums des Anwerbeabkommens mit Türkiye mitteilte.

Das Abkommen trat am 30. Oktober 1961 in Kraft. Ziel war es, den Arbeitskräftemangel während des wirtschaftlichen Aufschwungs Anfang der 1950er Jahre zu beseitigen. 1973 wurde vor dem Hintergrund der Ölpreiskrise ein Anwerbestopp erlassen. Basis der aktuellen Zahlen sind erste Ergebnisse des Mikrozensus 2025.

Von den ursprünglichen Gastarbeitern, die zwischen 1961 und 1973 kamen, lebten 2025 noch 125.000 in Deutschland. Mit ihnen „begann die Geschichte der Einwanderung aus Türkiye nach Deutschland“, erklärten die Statistiker. „Seitdem sind Menschen aus Türkiye aus den verschiedensten Gründen eingewandert.“

Gründe für Einwanderung

Knapp zwei Drittel nannten familiäre Gründe als Hauptmotiv. Rund 15 Prozent gaben Erwerbstätigkeit als Grund der Einwanderung an. Vier Prozent nannten Bildung als Grund. Unabhängig von den Gründen waren 61 Prozent der 15- bis 64-jährigen Eingewanderten aus Türkiye im Jahr 2025 erwerbstätig.

Knapp die Hälfte der Menschen mit türkischer Einwanderungsgeschichte besaß 2025 – auch oder ausschließlich – die deutsche Staatsangehörigkeit. Bei den selbst aus Türkiye Eingewanderten lag der Anteil mit deutscher Staatsangehörigkeit bei 28 Prozent, bei den in Deutschland geborenen Nachkommen waren es 74 Prozent.

NRW auf Platz 1

Die meisten Personen mit türkischer Einwanderungsgeschichte wohnten in Nordrhein-Westfalen (32 Prozent), gefolgt von Baden-Württemberg (18 Prozent), Bayern (12 Prozent) und Hessen (10 Prozent). Gemessen an ihrem Anteil an der Bevölkerung, lebten die meisten Menschen mit türkischer Einwanderungsgeschichte in Bremen (6,6 Prozent), in Berlin (5,0 Prozent) und in Nordrhein-Westfalen (4,8 Prozent).

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen