Israelische Truppen haben im besetzten Westjordanland palästinensischen Angaben zufolge in der Nacht auf Montag zwei Palästinenser getötet. Zuvor waren nach Darstellung beider Seiten israelische Siedler in ein palästinensisches Dorf eingedrungen. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete, israelische Siedler hätten den Ort in der Nähe von Ramallah angegriffen und dabei drei Palästinenser schwer verletzt.
Palästinensischen Augenzeugen zufolge sollen sich Anwohner extremistischen Siedlern entgegengestellt haben. Zwei von ihnen seien durch Schüsse von israelischen Einsatzkräften getötet worden. Laut dem palästinensischen Gesundheitsministerium in Ramallah handelt es sich bei den Getöteten um zwei Männer im Alter von 53 und 26 Jahren. Israels Armee behauptete, Palästinenser hätten Steine und Betonklötze auf Soldaten und Polizisten geworfen, dabei seien zwei Besatzungssoldaten verletzt worden. Die Besatzungstruppen hätten dann Schüsse abgefeuert. „Es wurden Treffer festgestellt“, hieß es in einer Mitteilung des Militärs am Montagmorgen.
Israels Armee sagte weiter, Soldaten und Polizisten seien in die Gegend geschickt worden, weil sie Berichte erhalten hätten, dass Siedler dort hingekommen seien, um angeblich „ihnen gehörendes Vieh zurückzuholen“. In palästinensischen Berichten hieß es wiederum, die extremistischen Siedler hätten Schafe stehlen wollen und seien von israelischen Soldaten und Polizisten begleitet worden. Das israelische Militär behauptete, die Truppen hätten Auseinandersetzungen verhindern und die Siedler aus dem Ort holen wollen. Die Angaben beider Seiten ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Es kommt jedoch regelmäßig zu Übergriffen israelischer Siedler und Soldaten auf Palästinenser in besetzten Gebieten, die unter anderem von Menschenrechtsorganisationen dokumentiert werden.
Nach Beginn des israelischen Vernichtungskrieges in Gaza hat auch die Gewalt gegen Palästinenser im besetzten Westjordanland zugenommen. Nach einer AFP-Zählung auf Grundlage von Zahlen des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden seit Okotber 2023 mindestens 1088 Palästinenser durch israelische Soldaten oder Siedler getötet. Im selben Zeitraum wurden in dem Gebiet nach israelischen Angaben mindestens 46 Israelis getötet.
Israel besetzt seit dem Sechstagekrieg 1967 unter anderem das palästinensische Westjordanland und Ostjerusalem. Heute leben dort rund 700.000 Siedler in mehr als 250 illegalen Siedlungen. Immer wieder kommt es dort zu Übergriffen auf Palästinenser durch extremistische Siedler und israelische Besatzungstruppen. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den israelischen Siedlungsbau in einer Resolution aus dem Jahr 2016 und stufte ihn als völkerrechtswidrig ein.























