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Gefährdete Waffenruhe mit Iran: USA mit Kriegsmarine auf Eskalationskurs
Die Spannungen nehmen wieder zu: Die USA wollen mit ihrer Marine gewaltsam in die iranische Kontrollzone in der Straße von Hormus eindringen. Der Iran reagiert mit Beschuss von Ölanlagen in den VAE.
Gefährdete Waffenruhe mit Iran: USA mit Kriegsmarine auf Eskalationskurs
ARCHIV: Tanker und andere Schiffe in der Straße von Hormus vor der Küste von Musandam / Reuters

Der Streit über die blockierte Straße von Hormus gefährdet die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Nach einem iranischen Vergeltungsschlag auf Ölanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) drohte US-Präsident Donald Trump der Islamischen Republik erneut mit Vernichtung. Zuvor hatten US-Kriegsschiffe versucht, die iranische Kontrollzone in der Straße von Hormus zu durchbrechen. 

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi warnte die USA vor einer Fortsetzung ihrer Aggression. Kanzler Friedrich Merz forderte Teheran derweil auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

US-Präsident Trump hatte am Sonntag den Start eines Militär-Vorstoßes  mit dem Titel „Projekt Freiheit“ verkündet. Damit sollen ausländische und US-Schiffe in der iranischen Kontrollzone in Begleitung der US-Marine die Straße von Hormus passieren. Laut dem zuständigen US-Regionalkommando (Centcom) waren am Montag bereits Zerstörer durch die Meerenge in den Persischen Golf eingedrungen. Zwei Handelsschiffe unter US-Flagge hätten das Seegebiet verlassen können, hieß es. Im Zuge des Vorstoßes zu See will das US-Militär mindestens sechs Schnellboote der Islamischen Republik zerstört haben. 

Iranische Vergeltungsschläge auf Hafen in Emiraten 

Die iranischen Revolutionsgarden feuerten nach eigenen Angaben mehrere Raketen als Warnung in Richtung von US-Kriegsschiffen ab. Darüber hinaus nahm der Iran Ölanlagen im Hafen von Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten ins Visier, die in Brand gerieten. Fudschaira ist für die VAE von strategischer Bedeutung: Von diesem Hafen aus kann das Land sein Öl exportieren, ohne dass Tanker die Straße von Hormus durchqueren müssen. 

Es waren die ersten iranischen Vergeltungsschläge auf den Golfstaat seit Beginn einer Waffenruhe vor knapp vier Wochen, die Trump zuletzt einseitig auf unbestimmte Zeit verlängert hatte. Die iranischen Streitkräfte bezeichneten den Vergeltungsschlag als Reaktion auf das „Abenteurertum der US-Armee“ und eine „illegale Passage von Schiffen durch verbotene Routen der Straße von Hormus“. 

Trump droht, Irans Außenminister warnt

Trump drohte dem Iran für den Fall von Gegenschlägen auf US-Schiffe mit Vernichtung. Der Iran werde „von der Erde gefegt“, sollte er Schiffe angreifen, die im Rahmen der neuen US-Initiative zur Öffnung der Straße von Hormus im Einsatz seien, zitierte ihn der Sender Fox News. Nicht äußern wollte sich Trump dazu, ob die Waffenruhe mit Teheran vorbei sei. „Nun, das kann ich Ihnen nicht sagen“, sagte er in einer Folge des Podcasts „The Hugh Hewitt Show“.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi warnte die USA dagegen vor einer Fortsetzung ihrer Militär-Aggression. Er schrieb in der Nacht auf der Plattform X: „Projekt Freiheit ist Projekt Sackgasse.“ Die Ereignisse in der Straße von Hormus machten deutlich, dass es keine militärische Lösung für eine politische Krise gebe. 

Araghtschi behauptete weiter, die Verhandlungen für ein Ende des Kriegs machten Fortschritte „dank des großen Einsatzes Pakistans“, das in dem Konflikt als Vermittler agiert. Die USA sollten darauf achten, „sich nicht von böswilligen Kräften wieder in einen Sumpf hineinziehen zu lassen“. Das Gleiche gelte auch für die VAE.

Zwar hat auch der Iran ein Interesse daran, sein Öl über die Straße von Hormus zu exportieren. Strittig ist aber weiterhin, welche Schiffe die Meerenge passieren dürfen und wer die Kontrolle darüber haben soll.

Arabische Staaten verurteilen iranische Vergeltungsschläge

Arabische Staaten wie Jordanien, Bahrain und Ägypten verurteilten die erneuten Vergeltungsschläge Irans auf die VAE. Auch die Golfstaaten Kuwait und Katar zeigten sich solidarisch mit den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman verurteilte die iranische Militäraktion als ungerechtfertigt. 

Derweil stufte der ehemalige israelische Ministerpräsident Naftali Bennett die iranischen Reaktionen als Kriegserklärung ein. „Dies ist de facto eine Erklärung der Wiederaufnahme des iranischen Kriegs gegen die Verbündeten der Vereinigten Staaten und Israels in der gesamten Region“, schrieb der Oppositionspolitiker auf X. 

Die VAE behalten sich das Recht auf eine Reaktion vor. Die Emirate würden ihre Sicherheit und Souveränität schützen und behielten sich das „volle und legitime Recht“ vor, auf die Vergeltungsschläge im Einklang mit dem Völkerrecht zu reagieren, teilte das Außenministerium mit.

Merz: „Teheran darf keine Nuklearwaffen haben“

Angesichts der jüngsten Eskalation forderte Kanzler Friedrich Merz die Staatsführung in Teheran auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Islamische Republik müsse aufhören, „die Region und die Welt zur Geisel zu nehmen“, schrieb der CDU-Chef auf der Plattform X. „Die Blockade der Straße von Hormus muss enden. Teheran darf keine Nuklearwaffe bauen“, mahnte er. „Es darf keine weiteren Drohungen und Angriffe gegen unsere Partner geben.“ Dass die USA ihrerseits iranische Häfen blockieren, kommentierte Merz jedoch nicht. Der Iran sieht ein Ende der US-Blockade als Voraussetzung für eine vollständige Öffnung der Straße von Hormus.

Der Iran-Krieg hatte am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Teheran reagierte mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Das iranische Militär sperrte zudem die für die Öl- und Flüssiggastransporte wichtige Straße von Hormus für die USA, Israel und ihre Verbündeten – der Ölpreis stieg dadurch steil an. 

Am 8. April war unter Vermittlung Pakistans eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran vereinbart worden. Die Gespräche zwischen den Konfliktparteien haben bisher keine Ergebnisse gebracht. Seit dem 13. April blockieren die USA iranische Häfen. 

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen