Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt lässt Menschen zusammenkommen, über mögliche Folgen diskutieren und demonstrieren. In Halle wurde am Steintor für mehrere Tage eine Anlaufstelle eingerichtet, wo sich die Bürger auch über mögliche gegenseitige Hilfe austauschen können. Im benachbarten Leipzig in Sachsen soll am nächsten Wochenende gegen die AfD und ihren Erfolg demonstriert werden.
„Wir fangen hier damit an, offen über unsere Angst zu reden, statt allein zu Hause zu sitzen“, erklärte Mitorganisatorin des Camps „Sofa“ in Halle, Vera Schulze. Für die Einrichtung des Camps haben sich den Angaben nach mehrere Initiativen aus Halle zusammengeschlossen. Den Veranstaltern nach waren am Sonntagabend rund 1.000 Menschen gekommen, um den Wahlabend gemeinsam zu verbringen.
Anschließend sangen sie, unterhielten sich und diskutierten über die Wahlergebnisse, so Schulze. Dass die AfD die meisten Sitze im Landtag bekommen hat, habe viele auf dem Platz schockiert. „Wut, Angst und Trauer waren greifbar“, sagte sie. Thema in den Gesprächen und Diskussionen sei aber auch gewesen, wie man sich untereinander helfen kann, etwa bei Behördengängen. Das Camp am Steintor soll noch bis Mittwochmittag eingerichtet sein.
Aufruf zu Demo in Leipzig
Auch in Leipzig wollen Menschen nach der Wahl im Nachbarland Sachsen-Anhalt zusammenkommen. Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ hat für kommenden Samstag (12.9.) zu einer Kundgebung auf dem Markt aufgerufen. „In Sachsen-Anhalt droht eine Partei an die Macht zu kommen, die Menschen anhand ihrer Herkunft selektiert, von millionenfachen Deportationen träumt und aktiv daran arbeitet, unsere Demokratie zu zerstören.“
Deshalb brauche es eine starke Zivilgesellschaft, erklärte Mitorganisatorin Irena Rudolph-Kokot. Nach der Wahl müssten die Menschen zusammenstehen, Freundschaften aufbauen und füreinander da sein. „Wir sind wütend und entsetzt über die Entwicklung und werden nicht schweigen, wenn Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Behinderung, ihrer sexuellen Identität oder anderer Merkmale abgewertet und ausgegrenzt werden.“
Noch am Wahlabend hatten bereits in anderen Städten - etwa in Frankfurt am Main und Berlin - Menschen gegen die AfD demonstriert. Die in Sachsen-Anhalt als rechtsextremistisch eingestufte Partei hatte am Sonntag bei der Landtagswahl mit großem Abstand die meisten Stimmen geholt.























