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Schuldenerlass für US-Amerikaner bei Einmarsch in den Iran?
Verschuldete junge US-Amerikaner sollen mit einem Schuldenerlass für einen Kriegseinsatz gegen den Iran mobilisiert werden. Das schlägt ein pensionierter kanadischer Offizier in der „Jerusalem Post“ vor. Es hagelt Kritik.
Schuldenerlass für US-Amerikaner bei Einmarsch in den Iran?
Schuldenerlass für US-Amerikaner bei Einmarsch in den Iran? / Foto: TRT World

Ein Meinungsbeitrag vom 30. August in der israelischen Zeitung „Jerusalem Post“ schlägt einen Schuldenerlass für junge US-Amerikaner vor – wenn sie sich im Gegenzug für einen Kriegseinsatz gegen den Iran verpflichten. Kritiker sehen darin den Versuch, Verschuldete für den US-israelischen Angriffskrieg zu mobilisieren.

Der Iran-Krieg könne nicht allein mit Luftangriffen gewonnen werden, argumentiert AJ Jaff, ein pensionierter Offizier der kanadischen Streitkräfte, in dem Meinungsartikel. Monatelange intensive Angriffe hätten weder die militärischen Kapazitäten Irans gebrochen noch den Krieg beendet. Um das Land zu besetzen oder zu kontrollieren, müssten die USA bis zu 1,5 Millionen Soldaten mobilisieren, so die Behauptung.

„Für einen erfolgreichen Bodenfeldzug gegen die 31 Provinzkommandos Irans und die sogenannte Mosaik-Verteidigungsdoktrin“ seien zwischen „750.000 und 1,5 Millionen US-Soldaten“ erforderlich, schreibt Jaff. Die aktive US-Armee verfüge derzeit jedoch nur über rund 452.000 Soldaten. „Die Rechnung geht offensichtlich nicht auf“, betont er.

Schuldenerlass gegen Militärdienst

Als Ausweg schlägt der Autor ein Rekrutierungsprogramm vor, das verschuldeten US-Amerikanern im Gegenzug für ihren Militärdienst einen vollständigen Schuldenerlass gewährt. Dieses Modell solle an die Stelle einer klassischen Einberufung treten.

„Ein auf Bundesebene organisiertes Programm“ könnte Studien-, Kreditkarten- und sonstige Kreditschulden nach 24 oder 36 Monaten Militärdienst vollständig tilgen, so Jaff weiter. Zusätzlich sollten die Leistungen des sogenannten GI Bill ausgeweitet werden, der US-Veteranen unter anderem finanzielle Unterstützung für Studium und Ausbildung bietet. Dies könne freiwillige Rekrutierungen in großem Umfang ermöglichen, behauptet der Ex-Offizier.

US-Amerikaner zwischen 18 und 34 Jahren hätten außerhalb von Hypotheken durchschnittlich mehr als 40.000 US-Dollar Schulden. Dazu zählten Studiendarlehen, Kreditkartenschulden, Autokredite und Privatdarlehen. Einige Schätzungen gingen sogar von bis zu 100.000 US-Dollar aus. Genau diese Bevölkerungsgruppe benötige das Pentagon, betont der Autor.

Etwa 77 Prozent der US-Amerikaner haben dem Beitrag zufolge Schulden. Dies entspreche insgesamt etwa 250 bis 260 Millionen Menschen. Die Schulden der US-Privathaushalte hätten mit insgesamt 18,8 Billionen US-Dollar einen historischen Höchststand erreicht. Erwachsene in den USA seien im Durchschnitt mit 63.500 US-Dollar verschuldet.

Jaff verweist in seinem Meinungsbeitrag zudem auf frühere Rekrutierungsmodelle in den USA. Während des Zweiten Weltkriegs sei der GI Bill eingeführt worden. Im Vietnamkrieg hätten US-Studierende einen Aufschub bei der Einberufung erhalten. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 seien Rekruten mit Antrittsprämien und erleichterten Zugängen zur US-Staatsbürgerschaft geworben worden.

Im Iran-Krieg müsse nun ein Schuldenerlass als Anreiz angeboten werden, argumentiert Jaff. Angesichts der wirtschaftlichen Lage verschuldeter Menschen in ihren Zwanzigern und Dreißigern sei dies das „effizienteste Rekrutierungsinstrument“ für das Pentagon und die Trump-Regierung, betont er.

Der Autor räumt zwar ein, dass der Vorschlag moralisch bedenklich sei. Staaten müssten ihre Anreize für den Militärdienst jedoch auf die jeweilige Bevölkerung zuschneiden.

Der Kanadier stellt das Modell als eine von drei nichtmilitärischen Optionen dar, mit denen Washington den Iran besiegen könne. Als weitere Möglichkeiten nennt er die Anerkennung der Unabhängigkeit iranischer Minderheiten durch den US-Kongress sowie eine Vereinbarung mit China über iranisches Öl.

Krieg „bis zum letzten Amerikaner“

Der Vorschlag des pensionierten Offiziers hat breite Kritik ausgelöst. Beobachter bezeichneten den Plan aus Sicht der USA als verfehlt, andere stellten die Kompetenz des Autors infrage. Einige Kritiker warfen Israel vor, gegen den Iran „bis zum letzten Amerikaner“ kämpfen zu wollen.

Das US-Portal „The Blaze“ sprach von einer zynischen Ausnutzung der Verschuldung junger US-Amerikaner. Jaffs Plan sei ein abwegiger Vorschlag, finanziell belastete Menschen an die Front zu schicken.

Die Denkfabrik Mises Institute betonte in einer Stellungnahme: „Die Jerusalem Post fordert mehr Amerikaner zum Militärdienst auf – damit sie für Israel sterben.“ Das Institut wertete den Beitrag als Aufruf eines israelischen Medienhauses an US-Steuerzahler, einen weiteren Krieg zu finanzieren.

QUELLE:TRT Deutsch