POLITIK
3 Min. Lesezeit
Wadephul verteidigt NATO gegen Trumps Kritik
Präsident Trump hatte der Nato fehlende Unterstützung im Angriffskrieg gegen den Iran vorgeworfen – und einen Austritt der USA aus dem Bündnis in Aussicht gestellt. Bundesaußenminister Wadephul äußert sich „besorgt“.
Wadephul verteidigt NATO gegen Trumps Kritik
Bundesaußenminister Johann Wadephul / Reuters
vor 2 Stunden

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat die Nato gegenüber Kritik von US-Präsident Donald Trump verteidigt. „Wir sind stärker als je zuvor“, sagte Wadephul den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). „Wir sollten all das nicht infrage stellen, sondern auf unseren Erfolgen aufbauen“, fügte er hinzu.

Wadephul zeigte sich beunruhigt über Trumps Aussagen zu einem möglichen Austritt der USA aus der Nato. „Natürlich besorgen mich solche Aussagen“, sagte er. „Die Nato ist für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland genau wie für die Sicherheit aller Bündnispartner von enormer Wichtigkeit."

Am Mittwoch hatte die britische Zeitung „Telegraph“ ein Interview mit Trump veröffentlicht, in dem der US-Präsident die Nato als „Papiertiger“ bezeichnete. Trump und sein Außenminister Marco Rubio kündigten zudem an, die Nato-Mitgliedschaft der USA nach Ende des Angriffskriegs gegen den Iran zu überdenken.

Wadephul zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass ein Nato-Austritt der USA abzuwenden sei. „Ich denke, dass unser klares Bekenntnis und unser entschiedenes Eintreten für das Bündnis die USA davon überzeugen werden, diese Erfolgsstory gemeinsam weiterzuschreiben“, sagte er. Es sei nicht im Interesse der USA, diese aus Gemeinsamkeit wachsende Stärke aufzugeben. Zudem wäre ein Austritt nicht nur die Entscheidung des amerikanischen Präsidenten, sagte Wadephul. „Er bräuchte dafür die Zustimmung mindestens im Senat.“

Wadephul stellte außerdem erneut einen Beitrag Deutschlands zur Absicherung der Seehandelswege im Nahen Osten in Aussicht. „Natürlich sind wir prinzipiell bereit, uns an einer Absicherung der Seewege zu beteiligen“, sagte er. Auf die Nachfrage, ob er von einem Einsatz der Bundeswehr spreche, sagte Wadephul: „Über unseren Beitrag sprechen wir mit einer größeren Gemeinschaft von Staaten, wenn der militärische Konflikt beigelegt ist und die rechtlichen Voraussetzungen dafür vorliegen.“

Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und die Niederlande hatten sich Mitte März bereit erklärt, mit „geeigneten Maßnahmen“ eine sichere Durchfahrt durch die Meerenge zu gewährleisten. Später schlossen sich zahlreiche weitere Staaten an - darunter die Golfstaaten Vereinigte Arabische Emirate und Bahrain.

Die an den Iran grenzende Straße von Hormus ist für den weltweiten Öl- und Gashandel von wesentlicher Bedeutung. Seit Beginn des völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran haben die iranischen Streitkräfte die Meerenge für die USA, Israel und ihre Verbündeten de facto gesperrt – was zu einem massiven Anstieg der Ölpreise beigetragen hat. 

US-israelischer Angriffskrieg gegen den Iran

Israel und die USA hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Bei landesweiten Luftangriffen wurden mehrere ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das geistige Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Die US-israelischen Angriffe erfolgen auch in zivilen Wohngebieten.

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums töteten Israel und die USA bisher mindestens 1.937 Menschen im Iran. Mehr als 24.800 Menschen wurden demnach verletzt.

Der Iran reagiert mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Offizielle Stellen meldeten bisher mindestens 167 Tote und Tausende Verletzte.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen