TÜRKİYE
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Türkischer Wirtschaftsverband für Wiederaufnahme von Türkiye-EU-Beitrittsgesprächen
Mit einer europaweiten Kampagne wirbt der türkische Wirtschaftsverband DEIK für eine Wiederbelebung des EU-Beitrittsprozesses von Türkiye. „Ein starkes Europa ist ohne Türkiye unmöglich“, heißt es in einem offenen Brief an Kanzler Merz.
Türkischer Wirtschaftsverband für Wiederaufnahme von Türkiye-EU-Beitrittsgesprächen
Türkischer Wirtschaftsverband für Wiederaufnahme von Türkiye-EU-Beitrittsgesprächen / Foto: Reuters / Reuters

Der türkische Außenwirtschaftsverband DEIK ruft Bundeskanzler Friedrich Merz und andere europäische Staats- und Regierungschefs auf, den stockenden EU-Beitrittsprozess von Türkiye wiederzubeleben. Dafür hat der Verband eine öffentliche Diplomatiekampagne gestartet.

„Ein starkes Europa ist ohne Türkiye unmöglich“, erklärte der Verband in einem offenen Brief, der diese Woche in der „Bild“-Zeitung veröffentlicht wurde. Die Kampagne knüpft an ähnliche Aufrufe an, die bereits im Januar in der „Financial Times“ erschienen waren.

Der Verband fordert dabei einen „Paradigmenwechsel“, der nach Jahren festgefahrener Beitrittsgespräche notwendig sei. Angesichts von Herausforderungen wie Migration, demografischem Wandel, der rasanten Verbreitung künstlicher Intelligenz und der Energiewende sei die Integration von Türkiye in die wirtschafts-, sicherheits- und verteidigungspolitische Architektur der EU zu einer strategischen Notwendigkeit geworden, heißt es in dem Appell. Zudem sei die vollständige Integration von Türkiye in die EU für das Auftreten des Bündnisses als globale Macht entscheidend. 

Zugleich betont DEIK, dass die türkische Wirtschaft seit Langem in europäische Wertschöpfungsketten eingebunden sei. Ein glaubwürdiger Fahrplan für eine EU-Mitgliedschaft könne dazu beitragen, strategische Klarheit und gegenseitiges Vertrauen zwischen Brüssel und Ankara wiederherzustellen.

DEIK fordert Modernisierung der Zollunion

Der Verband drängt außerdem auf eine rasche Modernisierung der Türkiye-EU-Zollunion. Diese sei entscheidend, um Europas Wettbewerbsfähigkeit in Zeiten zunehmender geopolitischer Fragmentierung zu stärken.

Mehmet Ali Yalçındağ, Vorsitzender des DEIK-Wirtschaftsrats Türkiye-Europa, erklärte gegenüber der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu, die Kampagne werde mit ähnlichen offenen Briefen in großen Zeitungen in Frankreich, Italien, Belgien und den Niederlanden ausgeweitet. „Wir betrachten die Zukunft der Beziehungen zwischen Türkiye und der EU nicht nur als wirtschaftliche Partnerschaft, sondern als strategische Notwendigkeit“, sagte er.

Yalçındağ fügte hinzu, der Verband wolle seine Türkiye-EU-Vision in Zusammenarbeit mit Universitäten, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Denkfabriken fortsetzen.

QUELLE:TRT Deutsch