TÜRKİYE
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Erdoğan warnt vor globaler „Richtungskrise“ und fordert stärkere Diplomatie
Angesichts wachsender globaler Spannungen warnt Präsident Erdoğan vor einer Krise der internationalen Ordnung. Zugleich unterstrich Erdoğan die Bereitschaft seines Landes, in aktuellen Konflikten erneut eine aktive Vermittlerrolle zu übernehmen.
Erdoğan warnt vor globaler „Richtungskrise“ und fordert stärkere Diplomatie
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan/ Foto:AA / TRT Balkan
vor 3 Stunden

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat zum Auftakt des Antalya Diplomatie-Forums vor einer tiefgreifenden Krise der internationalen Ordnung gewarnt. Die Welt stehe nicht nur vor einer Verschiebung der Machtverhältnisse, sondern auch vor einer „Richtungskrise“, sagte Erdoğan am Freitag in der Mittelmeer-Metropole Antalya.

Konflikte in Gaza, der Ukraine sowie in Syrien und im Libanon zeigten nach Ansicht des Präsidenten das Versagen bestehender internationaler Mechanismen. Die Welt habe eine „ernste und gefährliche Schwelle“ erreicht. Erdoğan sprach von einer „moralischen und existenziellen Krise“. Internationale Institutionen seien häufig nicht in der Lage, Zivilisten zu schützen und Gerechtigkeit durchzusetzen, kritisierte der türkische Präsident.

Mit Blick auf den Gazastreifen erklärte Erdoğan, die Lage gehe über eine humanitäre Katastrophe hinaus und offenbare grundlegende Defizite der globalen Ordnung. Zugleich stellte er die Frage, wie Vertrauen in ein System bestehen könne, das massives Leid nicht verhindere. Er forderte umfassende Reformen der internationalen Strukturen.

Der Präsident betonte zugleich die Bedeutung von Diplomatie und Dialog. „Egal wie tief die Differenzen sind, wir dürfen nicht zulassen, dass Waffen den Dialog ersetzen“, sagte Erdoğan. Türkiye sei bereit, weiterhin eine vermittelnde Rolle einzunehmen – unter anderem bei möglichen Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine.

Vor dem Hintergrund regionaler Themen unterstrich Erdoğan die Bedeutung der Stabilität in Syrien und sprach sich für Fortschritte bei Normalisierung und Wiederaufbau aus. Zudem bekräftigte er das Ziel, die Ägäis und das östliche Mittelmeer zu Stabilitätsräumen zu entwickeln. Zugleich wandte er sich gegen einseitige Schritte, die Türkiye oder die Türkische Republik Nordzypern ausschließen würden.

Angesichts der Spannungen rund um den Iran hob Erdoğan die Bedeutung freier Seewege hervor. Die Straße von Hormus müsse für den internationalen Handel offen bleiben, da Einschränkungen erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hätten.

Zugleich bekräftigte Erdoğan das Ziel eines EU-Beitritts von Türkiye und äußerte die Erwartung, dass die Europäische Union ihre eigene „Richtungskrise“ überwinden werde. 

Das Antalya Diplomatie-Forum bezeichnete er als zentrale Plattform für Dialog und internationale Zusammenarbeit.

Das im Jahr 2021 etablierte Antalya Diplomatie-Forum gilt als wichtige Plattform für Dialog, Kooperation und hochrangigen diplomatischen Austausch. Es wird jährlich vom türkischen Außenministerium organisiert.

QUELLE:TRT Deutsch