WIRTSCHAFT
2 Min. Lesezeit
Verbände: Abhängigkeit von Öl und Gas schnell verringern
Umweltverbände fordern, dass Deutschland schneller von Öl und Gas wegkommt. Sie sehen im Iran-Krieg ein Warnsignal und mahnen konkrete Maßnahmen an.
Verbände: Abhängigkeit von Öl und Gas schnell verringern
ARCHIV - 15.03.2026, Bayern, Vohburg An Der Donau: Industrieanlagen der Raffinerie Bayernoil sind auf dem Betriebsgelände zu sehen. / DPA
vor 2 Stunden

Umweltorganisationen verlangen eine raschere Abkehr von Öl und Gas. Der Iran-Krieg und seine Folgen zeigten, wie abhängig Deutschland weiter vom Import fossiler Energieträger sei, schreiben die Organisationen in einem Forderungspapier, das der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. „Wie in der Energiekrise 2022 in Folge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine heizen unsere Abhängigkeiten Inflation und wirtschaftliche Unsicherheit an.“

Unterzeichner sind der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact, die Deutsche Umwelthilfe, Germanwatch, Greenpeace, der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der WWF. 

Als Konsequenz fordern die Organisationen unter anderem den Ausbau erneuerbarer Energien. Gebäude sollten aus ihrer Sicht besser energetisch saniert und der Umstieg auf klimafreundliche Heizungen wie Wärmepumpen gesichert werden. Verträge und Anlagen dürften nicht zum langfristigen Import von Flüssigerdgas (LNG) führen. 

Verbrenner-Pkw und Plug-in-Hybride dürften ab dann nicht mehr neu zugelassen werden, außerdem benötige man ein Tempolimit auf Autobahnen und die Senkung der Höchstgeschwindigkeit für Pkw auf Landstraßen. Bahn und öffentlicher Nahverkehr sollen deutlich ausgebaut werden, Industrieprozesse auf die Nutzung von Strom umgestellt werden. Subventionen für fossile Energieträger müssten abgebaut werden.

Die an den Iran grenzende Straße von Hormus ist für den weltweiten Öl- und Gashandel von wesentlicher Bedeutung. Seit Beginn des völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran haben die iranischen Streitkräfte die Meerenge für die USA, Israel und ihre Verbündeten de facto gesperrt – was zu einem massiven Anstieg der Ölpreise beigetragen hat. 

US-israelischer Angriffskrieg gegen den Iran

Israel und die USA hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Bei landesweiten Luftangriffen wurden mehrere ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das geistige Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Die US-israelischen Angriffe erfolgen auch in zivilen Wohngebieten.

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums töteten Israel und die USA bisher mindestens 1.937 Menschen im Iran. Mehr als 24.800 Menschen wurden demnach verletzt.

Der Iran reagiert mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Offizielle Stellen meldeten bisher mindestens 167 Tote und Hunderte Verletzte.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen