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Islamverbände verurteilen Anschlag in Berlin
Islamverbände reagieren entsetzt auf den Terroranschlag in Berlin. Die Gewalttat stehe im Widerspruch zu den ethischen Grundsätzen des Islam. Nach bisherigen Erkenntnissen sympathisierte der mutmaßliche Täter mit der Terrormiliz Daesch.
Islamverbände verurteilen Anschlag in Berlin
Berlin, 26.07.2026 / Foto: Volodymyr Sindieiev/AA

Islamverbände haben den mutmaßlich extremistisch motivierten Anschlag auf den CSD in Berlin verurteilt und zu Besonnenheit aufgerufen. „Wo Menschen aufgrund ihrer Identität oder ihrer Lebensweise zur Zielscheibe von Gewalt werden, werden die Grundwerte unseres Zusammenlebens angegriffen“, erklärte der Zentralrat der Muslime in Deutschland am Montag in Köln. Sollte sich der Verdacht einer extremistischen Motivation des Täters bestätigen, „wäre dies ein weiterer Fall, in dem eine extremistische Ideologie religiöse Bezüge missbraucht, um Hass und Gewalt zu rechtfertigen sowie Menschen gegeneinander aufzubringen“.

Wer Religion instrumentalisiere, um Hass zu schüren oder Gewalt auszuüben, handle gegen die ethischen Grundsätze des Islams und missbrauche den Glauben für menschenverachtende Ziele, erklärte der Zentralrat. Niemand dürfe aufgrund seiner sexuellen Orientierung, Religion oder Herkunft das Ziel von Gewalt werden: „Unsere Antwort auf Hass und Gewalt muss der gemeinsame Einsatz für Menschenwürde, Freiheit, Sicherheit und ein friedliches Zusammenleben sein.“

Warnung vor pauschalen Schuldzuweisungen

Auch die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş (IGMG) verurteilte den „abscheulichen“ Angriff. „Wer Menschen angreift, ermordet oder in Angst versetzt, handelt nicht im Namen des Islams, sondern folgt einer menschenverachtenden Wahnideologie“, erklärte Generalsekretär Ali Mete am Sonntagabend in Köln. „Er missbraucht Religion, um Hass und Gewalt zu rechtfertigen.“ Dafür dürfe es weder religiöse noch politische Entschuldigungen geben. Mete warnte zugleich vor Spekulationen oder pauschalen Schuldzuweisungen.

Ein 21-Jähriger, der als extremistischer Gefährder galt, war Ermittlungen zufolge am Wochenende während der Berliner CSD-Parade mit einem Transporter in eine Menschenmenge im Tiergarten gefahren. Anschließend soll er Menschen mit einer Stichwaffe angegriffen haben. Eine Frau wurde bei dem Anschlag getötet, fast 30 wurden verletzt.

Mutmaßlicher Täter wollte sich offenbar Daesch anschließen

Nach Angaben der Behörden ist der mutmaßliche Täter Abdul B. in Berlin geboren, aufgewachsen und deutscher Staatsbürger. Er habe einen libanesischen Hintergrund, seine Mutter sei 2002 in Deutschland eingebürgert worden, sagte Dobrindt. 

Im vergangenen Jahr versuchte Abdul B. laut Berliner Generalstaatsanwaltschaft mehrfach, sich im Ausland der Terrormiliz Daesch anzuschließen. Im Juli 2025 wurde er im Libanon festgenommen und saß dort drei Monate in Haft. Nach seiner Entlassung sei Abdul B. am 17. November nach Deutschland zurückgekehrt und noch am Flughafen BER erneut festgenommen worden.

Er war dann monatelang in Untersuchungshaft in Deutschland, bevor er im Mai 2026 laut Generalstaatsanwaltschaft von einem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Tiergarten unter anderem wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt wurde. Das Gericht hob demnach einen bestehenden Haftbefehl auf, „da die Untersuchungshaft vorrangig der Sicherung des Strafverfahrens dient und keine vorweggenommene Strafe darstellt“.


QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen