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Iran öffnet Straße von Hormus - USA bleiben bei Seeblockade
Der Iran erlaubt Handelsschiffen wieder die Passage durch die Straße von Hormus – allerdings nur auf einer festgelegten Route und solange die Waffenruhe mit den USA und Israel anhält.
Iran öffnet Straße von Hormus - USA bleiben bei Seeblockade
Iran öffnet Straße von Hormus - USA bleiben bei Seeblockade / Foto: The Visible Earth/NASA/dpa / DPA
vor 2 Stunden

Die für den weltweiten Ölhandel immens wichtige Straße von Hormus wird nach Angaben aus Teheran vorerst „vollständig“ geöffnet. „Die Durchfahrt für alle Handelsschiffe durch die Straße von Hormus ist für die verbleibende Zeit der Waffenruhe vollständig offen“, teilte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Freitag im Onlinedienst X mit.

US-Präsident Donald Trump begrüßte den Schritt – kündigte aber zugleich an, dass die US-Blockade iranischer Häfen bis zu einem Abkommen mit Teheran über ein endgültiges Ende der Kämpfe bestehen bleibe.

„Die Seeblockade bleibt, soweit sie den Iran betrifft, so lange in vollem Umfang in Kraft, bis unsere Transaktion mit dem Iran zu hundert Prozent abgeschlossen ist“, erklärte Trump auf seinem Onlinedienst Truth Social. Er zeigte sich überzeugt, dass ein Abkommen mit dem Iran „sehr schnell“ erzielt werden dürfte.

Irans Außenminister hatte zuvor bei seiner Ankündigung zur Öffnung der Straße von Hormus offengelassen, ob er die Waffenruhe zwischen dem Libanon und Israel meinte oder die zwischen dem Iran und den USA. Die Waffenruhe im Libanon war in der Nacht zum Freitag in Kraft getreten, sie wurde für zehn Tage vereinbart. Die Feuerpause zwischen den USA und dem Iran endet theoretisch am kommenden Mittwoch.

Unmittelbar nach der Ankündigung Araghtschis fiel der Ölpreis um gut zehn Prozent. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent für die Lieferung im Juni sank am Nachmittag um 10,42 Prozent auf 89,11 Dollar (75,25 Euro). Die US-Referenzsorte WTI wurde sogar für 11,11 Prozent weniger gehandelt und sank auf 84,11 Dollar pro Barrel. Kurz zuvor waren die Ölpreise bereits angesichts von Hoffnungen auf eine Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran um fünf Prozent gesunken.

Mit Beginn des völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran Ende Februar hatten die iranischen Streitkräfte die Straße von Hormus für die USA, Israel und ihre Verbündeten gesperrt. Handelsschiffe anderer Länder durften die Straße passieren. Trump kündigte am 12. April seinerseits eine Blockade der Meerenge durch die USA an.

Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von iranischer Seite kontrolliert. Normalerweise erfolgt dort rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports. Die Situation in der Straße von Hormus ließ die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.

Am 8. April hatten die USA und der Iran nach direkten Vermittlungsgesprächen Pakistans einer zweiwöchigen Waffenruhe zugestimmt. Am Wochenende verhandelten Vertreter Washingtons und Teherans über einen dauerhaften Waffenstillstand, erzielten aber keine Einigung.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen