Deutschland und das westafrikanische Mauretanien wollen die Zusammenarbeit im Wirtschafts- und Sicherheitsbereich ausbauen. Gerade in der Wirtschaft bestünden wechselseitige Chancen, die man in Europa noch nicht in dem Maße ergriffen habe, wie dies möglich wäre, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) am Montag bei einem Treffen mit seinem mauretanischen Kollegen Mohamed Merzoug in der Hauptstadt Nouakchott.
Mauretanien ist nicht nur reich an kritischen Rohstoffen wie Eisenerz, sondern produziert seit 2025 gemeinsam mit Senegal auch Flüssiggas (LNG). Hier böten sich Anknüpfungspunkte für die Diversifizierung der deutschen Importe, sagte Wadephul. Zudem gebe es bei der Produktion von grünem Wasserstoff Potenzial für eine engere Zusammenarbeit. Merzoug betonte laut der offiziellen Übersetzung die Bereitschaft zur Zusammenarbeit bei erneuerbaren Energien, LNG sowie bei Sicherheit, Verteidigung und Infrastruktur.
Wadephul hob besonders den sicherheitspolitischen Ansatz der mauretanischen Regierung hervor. „Wenn anderswo auf Eskalation, Zuspitzung und militärische Scheinerfolge gesetzt wird, dann setzt Mauretanien auf Deeskalation, Dialog und diplomatische Lösungen.“ Das Land sei „eine wichtige Stimme der Besonnenheit, der Mäßigung und der Toleranz in dieser Region.“ Mehr als 300.000 Menschen aus Mali würden Zuflucht in Mauretanien finden. Wie beeindruckend diese Hilfsbereitschaft sei, werde erst richtig klar, wenn man bedenke, dass Mauretanien selbst nur fünf Millionen Einwohner habe.
Mauretanien ist die erste Station einer viertägigen Reise Wadephuls, die den Minister auch nach Nigeria und Südafrika führen wird. Als letzter Außenminister vor Wadephul hatte der heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Mauretanien im November 2006 besucht. Es ist die dritte Afrikareise Wadephuls im laufenden Jahr. Im Januar war er in Kenia und Äthiopien, Ende April in Marokko.























