Der von US-Präsident Donald Trump eingesetzte „Friedensrat“ verfügt nach AFP-Informationen über keinerlei finanzielle Mittel für den Wiederaufbau des von Israel zerstörten Gazastreifens. Seit Einrichtung des Gremiums im Januar habe der Fonds kein Geld von internationalen Gebern erhalten, hieß es am Mittwoch aus informierten Kreisen. Sie bestätigten einen Bericht der „Financial Times“ (FT). Für den Fonds wurden demnach „null Dollar eingezahlt“.
Aus den Kreisen hieß es weiter, der Fonds sei für den Wiederaufbau und die Entwicklung des Gazastreifens eingerichtet worden. Diese Phase sei allerdings noch nicht erreicht. Der Geldtopf wird von der Weltbank in Washington verwaltet und von der UNO unterstützt.
Trump hatte für den „Friedensrat“ einen Mitgliedsbeitrag von einer Milliarde Dollar verlangt. Zudem gab er an, die USA würden zehn Milliarden Dollar beitragen und Golfstaaten wie Katar und Saudi-Arabien hätten jeweils eine Milliarde Dollar zugesagt. Wofür die Mittel bestimmt seien, sagte er nicht.
Die „FT“ berichtete unter Berufung auf einen „Friedensrats“-Sprecher, stattdessen habe das Gremium Spenden direkt auf ein Konto bei der US-Bank JPMorgan erhalten. Für dieses Konto würden keine „unabhängigen Transparenzanforderungen“ gelten.
Trump hatte den umstrittenen „Friedensrat“ Ende Januar am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos gegründet. Der US-Präsident ist Vorsitzender auf Lebenszeit, entscheidet über die Einladungen zur Teilnahme und hat ein Vetorecht bei allen Abstimmungen. Insgesamt 19 Länder unterzeichneten die Gründungscharta. Weder Deutschland, Frankreich noch Großbritannien schlossen sich an und begründeten dies mit einer möglichen Konkurrenz zur UNO.
Der „Friedensrat“ ist Teil der zweiten Phase von Trumps Friedensplan für Gaza, die ein dauerhaftes Kriegsende und die Entwaffnung der palästinensischen Widerstandsorganisation Hamas vorsieht.
Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums tötete Israel seit Oktober 2023 mehr als 72.770 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 172.700 weitere.























