WELT
1 Min. Lesezeit
Mordaufrufe gegen Muslime auf Facebook-Seite von FPÖ-Politiker
Trotz Mordaufrufe gegen Muslime blieb ein Posting des FPÖ-Politikers Dominik Nepp tagelang online. Eine NGO spricht von „unerträglicher Hasspropaganda“ – und wirft der rechtspopulistischen Partei Mitschuld vor.
Mordaufrufe gegen Muslime auf Facebook-Seite von FPÖ-Politiker
Mordaufrufe gegen Muslime auf Facebook-Seite von FPÖ-Politiker / Foto: Max Slovencik/APA/dpa / DPA
vor 4 Stunden

Der FPÖ-Politiker Dominik Nepp hat offenbar auf seiner Facebook-Seite Aufrufe zur massenhaften Ermordung von Muslimen toleriert. In den Kommentarspalten unter einem antimigrantischen Posting des rechten Politikers befanden sich laut der Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch tagelang Mordaufrufe gegen Muslime. Deshalb erstattete die Organisation nach eigenen Angaben bei der Staatsanwaltschaft Wien Anzeige. Das teilte die NGO Anfang April in einer Erklärung mit. 

SOS Mitmensch kritisiert, dass die FPÖ trotz eines Hinweis-Mails die Kommentare zunächst nicht gelöscht habe. Daher sei nicht nur gegen die Verfasser der Beiträge Anzeige erstattet worden, sondern auch eine „Beitragstäterschaft der FPÖ“ werde geprüft. Seit 2021 ist Dominik Nepp Chef der Wiener FPÖ.

Kurz nachdem die Organisation ihre Strafanzeige öffentlich gemacht habe, sei das Posting von der FPÖ offenbar offline genommen worden - nach fast zwei Wochen, in denen die Mordaufrufe online waren.

Laut dem Sprecher von SOS Mitmensch, Alexander Pollak, handelte es sich dabei um „schreckliche Hass- und Gewaltkommentare“. Eine Partei, die solche Kommentare nicht umgehend entferne, mache sich mitschuldig, sagte Pollak und warf Nepp eine „Aufwiegelung“ gegen Muslime vor. 

Der von SOS Mitmensch geteilte Screenshot der Facebook-Seite von Nepp enthält Kommentare wie „Muslimisches Ungeziefer ausweisen“, „Brennen soll die Brut“ und „Weg mit dem Rattendreck“. 

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen