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Palästina begrüßt Friedensnobelpreis für Navi Pillay
Die südafrikanische Juristin Navi Pillay erhält den Friedensnobelpreis 2026. Die Palästinensische Autonomiebehörde würdigt ihren Einsatz für die Rechte unterdrückter Menschen. Ihre Arbeit habe zur Dokumentation israelischer Verbrechen beigetragen.
Palästina begrüßt Friedensnobelpreis für Navi Pillay
Palästina begrüßt Friedensnobelpreis für Navi Pillay / Foto: Daniel Karmann/dpa

Palästina hat die Verleihung des Friedensnobelpreises 2026 an die südafrikanische Juristin Navi Pillay begrüßt. Die Auszeichnung würdige ihren „Einsatz für das Völkerrecht und die Dokumentation israelischer Verbrechen“, erklärte das Außenministerium der Palästinensischen Autonomiebehörde am Freitag.

Die Ehrung stärke „die Stimme der Wahrheit und die Stimme der Unterdrückten“ und erkenne Pillays Engagement für Frieden und Völkerrecht an. Sie habe ihre berufliche Laufbahn dem Einsatz für Recht und Gerechtigkeit gewidmet und die Rechte unterdrückter Menschen in Südafrika und weltweit verteidigt – darunter auch die der Palästinenser.

Einsatz für Gerechtigkeit und Rechenschaft

Das Ministerium würdigte insbesondere Pillays Arbeit als Vorsitzende der unabhängigen internationalen UN-Untersuchungskommission für das besetzte palästinensische Gebiet einschließlich Ostjerusalems und für Israel. Die Juristin leitete die Kommission von 2021 bis 2025.

Die Kommission habe dazu beigetragen, Völkermord, sexualisierte Gewalt, Angriffe auf Kinder und weitere israelische Rechtsverletzungen zu dokumentieren, erklärte das palästinensische Ministerium.

Der Friedensnobelpreis sei zugleich eine Anerkennung für die Verteidiger von Völkerrecht und Gerechtigkeit. Er bestärke die Bemühungen, Verantwortliche für Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Rechenschaft zu ziehen.

Pillay habe sich konsequent für die universelle Geltung des Rechts und die Gleichheit aller Menschen eingesetzt, einschließlich der Palästinenser. Die Auszeichnung unterstreiche, dass es „ohne Gerechtigkeit und Gleichheit für alle keinen dauerhaften Frieden geben kann“.

Vom Kampf gegen Apartheid zu internationalen Gerichten

Das norwegische Nobelkomitee zeichnete die 85-jährige Juristin „für ihren Einsatz zur Förderung von Frieden und Völkerrecht“ mit dem Friedensnobelpreis 2026 aus. Pillay habe die Reichweite und Wirkung des Völkerrechts erheblich erweitert, erklärte das Preis-Komitee. Dabei verwies es auf ihre Arbeit an internationalen Gerichten und als UN-Hochkommissarin für Menschenrechte.

Pillay wurde während der Apartheid in Südafrika in der Stadt Durban in eine Familie mit indisch-tamilischer Herkunft geboren. Zu Beginn ihrer juristischen Laufbahn kämpfte sie gegen rassistische Diskriminierung und verteidigte Gegner des Apartheidsystems.

Sie war UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Richterin am Internationalen Strafgerichtshof und Präsidentin des Internationalen Strafgerichtshofs für Ruanda. Zudem war sie als Ad-hoc-Richterin am Internationalen Gerichtshof tätig.

Die von Pillay geleitete UN-Untersuchungskommission kam in einem Bericht von 2025 zu dem Schluss, dass Israel einen Völkermord an den Palästinensern im Gazastreifen begangen hat. Israel wies diese Feststellung zurück.

Der Friedensnobelpreis wird am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, in Oslo überreicht.

QUELLE:TRT Deutsch