FIFA-Boss Gianni Infantino ist nach Ansicht von Spaniens Liga-Chef Javier Tebas im Amt nicht mehr tragbar. „Der Weltfußball braucht eine neue Führung, die die Verbandsstrukturen modernisiert, die institutionelle Glaubwürdigkeit wiederherstellt und künftige Entscheidungen gemeinsam mit den betroffenen Akteuren entwickelt“, forderte Tebas in den Sozialen Medien den Rücktritt Infantinos, der nach dem gescheiterten Investorendeal immer stärker in die Kritik gerät. „Dabei müssen die sportlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen im Vorfeld sorgfältig geprüft werden, anstatt Entscheidungen einseitig durchzusetzen.“
„Die Spitze des Eisbergs“
Infantino hatte zuvor nach massiver Kritik seinen Plan aufgegeben, Anteile an den kommerziellen Rechten der FIFA-Wettbewerbe wie der Männer- und Frauen-WM sowie der Club-WM an private Investoren zu verkaufen. „Das Problem war nie nur dieser eine Vorschlag. Das Problem ist ein Modell der Verbandsführung, das Macht konzentriert, Kontrollmechanismen schwächt und diejenigen an den Rand drängt, die von den Entscheidungen unmittelbar betroffen sind“, schrieb Tebas. „Der Rückzug eines Vorschlags macht das Geschehene nicht ungeschehen. Er ist lediglich die Spitze des Eisbergs.“
Isoliert ist Infantino trotz der immer lauter werdenden Kritik nicht. Der Schweizer, der sich eigentlich im März nächsten Jahres in Rabat (Marokko) ein letztes Mal für vier Jahre zum FIFA-Boss wählen lassen will, bekommt noch Zuspruch. Unter anderem der Ägyptische Fußballverband bekräftigte „sein volles Vertrauen“ in die Führung von Infantino. Und auch Marokko, Gastgeber des 77. FIFA-Kongresses 2027, „erneuerte seine Unterstützung“ für ihn.























