Am dritten Jahrestag des Vergeltungsschlags der palästinensischen Widerstandsorganisation Hamas haben in Berlin einige hundert Menschen gegen den israelischen Vernichtungskrieg im Gazastreifen demonstriert. Die überwiegend jungen Frauen und Männer versammelten sich am Mittwochabend in Kreuzberg auf dem Oranienplatz und zeigten Palästina-Flaggen und Transparente. Polizeisprecher Florian Nath sprach zunächst von 700 Teilnehmern. Unter ihnen war auch die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg.
Dann zogen die Friedensaktivisten durch Kreuzberg - bis die Polizei die Demo wegen „zahlreicher Verstöße gegen die Auflagen und erheblicher Gefährdung der öffentlichen Sicherheit“ beendete.
„Viva, viva Palästina“
Bei der Demonstration riefen die Teilnehmer in Sprechchören etwa: „Viva, viva Palästina“ oder „There is only one solution. Intifada Revolutionc. Intifada bezeichnet ursprünglich Massenproteste der Palästinenser gegen die israelische Besatzung Ende der 1980er und Anfang der 2000er-Jahre. Bei den anfänglichen Aufständen standen sich Steine werfende Palästinenser schwer bewaffneten Besatzungssoldaten gegenüber. Später militarisierte sich der palästinensische Widerstand angesichts von Landraub und Gewalt durch Israel.
Auf einem großen Plakat stand „One genocide does not justify another“ (Deutsch: Ein Genozid rechtfertigt nicht den anderen). Die Polizei begleitete den Zug an allen Seiten.
Polizisten attackiert
Am späteren Abend stoppte die Polizei die Friedensdemonstration. Nath behauptete, es habe aus dem Demonstrationszug „Straftaten“ gegen Polizisten gegeben, wie Schubsen und Tritte, vereinzelt auch Rangeleien zwischen Demonstranten und Polizisten. Laut Polizei gab es mehr als 30 Festnahmen – wegen des Verwendens verbotener Kennzeichen, etwa von Symbolen der Hamas.
Auch Demo mit Israel-Fahnen
Zu Beginn der Demo stand auf der anderen Seite der Straße ein Dutzend Menschen mit israelischen Fahnen. Ein Demonstrant trug ein Transparent mit der Aufschrift „Schämt euch“. Die Polizei war mit einem größeren Aufgebot am Startpunkt der Demonstration, die zum Hermannplatz in Neukölln ziehen sollte, vertreten.
Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Widerstandsorganisation Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Viele Experten und Menschenrechtsorganisationen stufen diesen als Genozid ein.
Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden während der Waffenruhe 1.454 Palästinenser getötet und Tausende weitere verletzt. Demnach tötete Israel seit Oktober 2023 mehr als 74.200 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 175.000 weitere.























