Der ehemalige BND-Präsident August Hanning ist am Morgen unter Spionageverdacht festgenommen worden. Außer Hanning wurde ein ehemaliger enger Mitarbeiter von ihm festgenommen, teilte der Generalbundesanwalt am Dienstag in Karlsruhe mit. Nach Informationen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung geht es dabei aber nicht um eine Verbindung zu Russland.
Laut Bundesanwaltschaft steht Hanning unter anderem unter dem Verdacht des versuchten Landesverrats und der geheimdienstlichen Agententätigkeit. Seinem Mitarbeiter wird Beihilfe vorgeworfen. Der Mitarbeiter soll dem ehemaligen BND-Chef auch nach dessen Dienstzeit Erkenntnisse des Nachrichtendienstes weitergegeben haben, die Hanning für seine Beratertätigkeit genutzt haben soll.
Hanning leitete den Bundesnachrichtendienst von 1998 bis 2005, danach war er Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Im Anschluss wechselte Hanning in die Privatwirtschaft und arbeitete als Sicherheitsberater.
Zuletzt stand er auch im Fokus wegen einer möglichen Beteiligung an der Entführung der Kinder der Hamburger Unternehmerin Christina Block. Der frühere Präsident des Bundesnachrichtendiensts und ein pensionierter Beamter des Landeskriminalamts (LKA) Hamburg stünden im Verdacht, als Verantwortliche einer Sicherheitsfirma 2022 einen Auftrag von Christina Block zur Kindesentziehung angenommen zu haben, hatte die Staatsanwaltschaft im Herbst 2025 mitgeteilt. Den Ermittlungen zufolge sollen die beiden den Kontakt zu einer israelischen Sicherheitsfirma vermittelt haben.
Diese war demnach für die tatsächliche Entführung der Kinder in der Silvesternacht 2023/2024 in Dänemark verantwortlich. Die Firma wird in Gerichtsberichten als Cyber Cúpula angegeben. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde sie von israelischen Ex-Geheimdienst-Agenten betrieben. Sie sollen die gewaltsame Rückholaktion vor Ort durchgeführt haben.
Block-Prozess und israelische Sicherheitsfirma
Die Hamburger Unternehmerin Block ist nun angeklagt, die israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihre damals 13-jährige Tochter und den zehnjährigen Sohn vom Wohnort des Vaters Stephan Hensel in Dänemark nach Deutschland zu entführen. Blocks früherer Ehemann hatte die beiden jüngsten Kinder des Ex-Paares nach einem Wochenendbesuch im August 2021 nicht wie vereinbart nach Hamburg zurückgebracht.
Die maskierten Täter ergriffen die Kinder in der Silvesternacht 2023/24 und fuhren sie zuerst nach Süddeutschland. Blocks Partner, Ex-Sportmoderator Gerhard Delling, ist wegen Beihilfe angeklagt. Beide betonen, nichts Unrechtes getan zu haben. Sie seien von der Entführung völlig überrascht worden. Ein 37-jähriger Israeli ist der einzige von insgesamt sieben Angeklagten, der die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft eingeräumt hat.























