Die deutschen Rüstungsexporte bewegen sich weiter auf Rekordniveau. Im ersten Halbjahr 2026 wurden nach vorläufigen Angaben Genehmigungen für die Ausfuhr von Rüstungsgütern im Gesamtwert von rund 13,87 Milliarden Euro erteilt, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. Hauptempfängerland ist erneut die Ukraine, für die Rüstungsexporte im Gesamtwert von rund 2,5 Milliarden Euro genehmigt wurden.
Im Gesamtjahr 2025 hatte die Regierung Rüstungsexporte im Volumen von rund zwölf Milliarden Euro genehmigt. Auf die Ukraine entfielen davon rund zwei Milliarden Euro. Beide Werte wurden 2026 bereits in den ersten sechs Monaten des Jahres überschritten.
Vom Genehmigungswert im ersten Halbjahr 2026 entfallen den Angaben zufolge anteilig rund 9,6 Milliarden Euro auf Kriegswaffen und rund 4,3 Milliarden Euro auf sonstige Rüstungsgüter. Rund 12,8 Milliarden Euro entfallen auf erteilte Einzelausfuhrgenehmigungen und rund 1,1 Milliarden Euro auf Allgemeine Genehmigungen.
„Über die Erteilung von Genehmigungen für Rüstungsexporte entscheidet die Bundesregierung im Einzelfall (...)“, teilte das Wirtschaftsressort dazu weiter mit. Für Lieferungen in EU- und bestimmte Nato-Länder gelten erleichternde Regelungen.
Rund 65 Prozent der genehmigten Ausfuhren sind den Angaben zufolge für EU-, Nato- oder gleichgestellte Länder bestimmt. Letztere sind Japan, Schweiz, Australien und Neuseeland.
Für Drittländer insgesamt, die nicht der EU oder Nato angehören, wurden insgesamt Genehmigungen in Höhe von rund 4,9 Milliarden Euro erteilt, davon 2,8 Milliarden Euro für Kriegswaffen. An zweiter Stelle unter den Drittländern nach der Ukraine folgt Israel mit einem Volumen von 799 Millionen Euro. Laut den Regierungsangaben betreffen davon mehr als 60 Prozent „ein Großprojekt im maritimen Rüstungsbereich“, weitere knapp 20 Prozent „Kooperation deutscher und israelischer Firmen im Interesse der Bundeswehr". Exporte von Kriegswaffen nach Israel seien darüber hinaus nicht genehmigt worden. Israel befindet sich derzeit mit mehreren Ländern in einem militärischen Konflikt.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am 8. August vergangenen Jahres angeordnet, dass vorerst keine Ausfuhren von Rüstungsgütern nach Israel mehr genehmigt werden, die im Gaza-Krieg verwendet werden können. Er reagierte damit auf das zunehmend aggressive Vorgehen der israelischen Streitkräfte gegen die Palästinenser und vollzog eine Kurskorrektur in der deutschen Israel-Politik. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Bundesregierung zwar ihre Kritik an der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schrittweise verschärft, aber auf Sanktionen verzichtet.
In den ersten fünf Wochen nach dem Beschluss sanken die Genehmigungen für Exporte nach Israel zunächst auf null. Das geht aus einer Antwort der Regierung auf eine frühere Anfrage der Linksfraktion hervor, nach der vom 8. August bis zum 12. September gar keine Ausfuhrerlaubnisse erteilt wurden. Später genehmigte die Bundesregierung wieder Rüstungsexporte nach Israel.
Vom Jahresbeginn bis zum 8. August 2025 hatte die Bundesregierung Exportgenehmigungen für Israel im Wert von gut 250 Millionen Euro erteilt. Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion wurden zwischen dem 1. November und dem 31. Dezember 2025 zudem Rüstungsexporte im Wert von rund 103,8 Millionen Euro genehmigt. Darunter befanden sich demnach unter anderem Munition, Flugkörper und gepanzerte Fahrzeuge.























