Südkoreanische Führungskräfte sehen Deutschland zwar als wichtigen Wirtschaftspartner, bemängeln jedoch dessen nachlassende Wettbewerbsfähigkeit. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie hervor, die von der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung in Auftrag gegeben wurde. Anlass ist der erste Südkorea-Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz, der am Donnerstag in Präsident Lee Jae Myung zu Gesprächen treffen und am Freitag eine Wirtschaftskonferenz eröffnen wird.
Laut der Umfrage sehen 53 Prozent der Befragten eine nachlassende wirtschaftliche und industrielle Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands für ein Hindernis bei der Zusammenarbeit. Bei der Europäischen Union insgesamt sind es nur 30 Prozent. Komplexe Regulierung und Verwaltungsverfahren werden sowohl für Deutschland (47 Prozent) als auch der EU (54 Prozent) als Hürde für eine engere Kooperation betrachtet.
Mehrheit rechnet mit Bedeutungsgewinn der EU
Gleichzeitig sehen 80 Prozent durch die verschärfte Rivalität zwischen den USA und China einen höheren Bedarf an Zusammenarbeit mit der EU. „Aufgrund der geostrategischen Rivalität zwischen China und den USA erhält Europa mehr Aufmerksamkeit, auch weil es als verlässlich gilt. Die koreanischen Manager hoffen aber auf ein dynamischeres Deutschland und Europa, und schnellere Entscheidungen“, sagt Frederic Spohr, Büroleiter der Naumann-Stiftung für Korea und Taiwan.
Die Einschätzungen beruhen auf einer Befragung von 100 Führungskräften aus der südkoreanischen Wirtschaft, die im September vom Meinungsforschungsinstitut Gallup Korea im Auftrag der Stiftung durchgeführt wurde.
Für die kommenden fünf Jahre erwarten 50 Prozent der Befragten, dass Deutschland als Wirtschaftspartner an Bedeutung gewinnen wird. Für die EU rechnen 72 Prozent damit, für China 73 Prozent und für die USA 78 Prozent.























