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Tödliche Attacke in Pariser Vorstadt: Hitlers „Mein Kampf“ bei Angreifer gefunden
Ein Mann fährt durch die Pariser Vorstädte und eröffnet das Feuer auf Passanten. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines rassistischen Motivs. Ein Bürgermeister spricht von einer wahrscheinlich islamfeindlichen Tat.
Tödliche Attacke in Pariser Vorstadt: Hitlers „Mein Kampf“ bei Angreifer gefunden
Tödliche Attacke in Pariser Vorstadt: Hitlers „Mein Kampf“ bei Angreifer gefunden / Foto: Hannah McKay/Reuters Pool Photo/AP/dpa

Nach dem offenbar islamfeindlich-rassistisch motivierten Anschlag im Großraum Paris mit einem Toten und fünf Verletzten haben die Ermittler in der Wohnung des mutmaßlichen Angreifers eine Ausgabe von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ gefunden. Das Buch sei bei einer Durchsuchung der Wohnung im westlich von Paris gelegenen Plaisir entdeckt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Samstag aus Ermittlerkreisen. Gefunden wurden außerdem eine Bibel und ein Koran.

Der Angreifer hatte am Freitag in den Pariser Vorstädten Trappes und La Verrière aus seinem Auto heraus das Feuer eröffnet. Er tötete einen Menschen und verletzte fünf weitere, darunter ein zwölfjähriges Mädchen. Der vorbestrafte 39-Jährige wurde schließlich im nahegelegenen Coignières festgenommen. In seinem Auto wurden eine Maschinenpistole und eine Tränengasbombe entdeckt.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron sprach von einem „rassistischen Terroranschlag“. Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen „Mordes im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung“ ein.

Bürgermeister vermutet konkret islamfeindliches Motiv 

Trappes’ Bürgermeister Ali Rabeh sprach laut einem dpa-Bericht von einem Anschlag mit „rassistischem, wahrscheinlich islamophobem Hintergrund“. Zudem berücksichtigt die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen auch, ob die Opfer wegen ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen Religionszugehörigkeit angegriffen wurden.

Der Polizeigewahrsam des Beschuldigten wurde am Samstag nach einem ersten Verhör verlängert. Bei Terrorermittlungen können Verdächtige 96 Stunden lang im Polizeigewahrsam festgehalten werden, bevor sie einem Richter vorgeführt werden müssen. Vier Menschen aus dem Umfeld des Beschuldigten – darunter sein Vater und seine Mutter – wurden für Befragungen in Polizeigewahrsam genommen.

Bei dem Todesopfer handelte es sich um einen 26-jährigen Franzosen afrikanischer Herkunft. Ein Anwalt der Familie erklärte, es müsse geklärt werden, ob ein Versagen der Behörden vorliege. Schließlich sei der Täter der Polizei und der Justiz bekannt gewesen und habe offenbar „Kriegswaffen“ besessen.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen