Der geplante Vorsitz der AfD in der Kinderkommission des Deutschen Bundestags stößt laut Medienberichten auf deutliche Kritik. Politische Haltungen, „die Ausgrenzung betreiben, Vielfalt infrage stellen oder Solidarität begrenzen“, stünden im Widerspruch zu den Werten der Kinderkommission, erklärte Dirk Bingener, Präsident des katholischen Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, gegenüber der „Rheinischen Post“. Der Vorsitz sei mehr als eine organisatorische Funktion – er sei auch „politisches Signal“.
Ab Montag soll die AfD-Abgeordnete Angela Rudzka für rund sechs Monate den Vorsitz der Kinderkommission übernehmen. Der Wechsel an der Spitze sorgt jedoch für Spannungen: Wie die „Rheinische Post“ berichtet, wurde das von Rudzka vorgelegte Arbeitsprogramm abgelehnt. Die AfD habe sich bislang nur eingeschränkt an der inhaltlichen Arbeit beteiligt, kritisierte der bisherige Vorsitzende Michael Hose (CDU).
Nach Angaben der Zeitung signalisierten zudem mehrere Sachverständige, dass sie unter einem AfD-Vorsitz nicht an Anhörungen teilnehmen würden. Rudzka wies die Kritik zurück. Ihrer Darstellung zufolge geht es manchen Fraktionen „nicht um die Sache, sondern darum, parlamentarische Arbeit unter AfD-Vorsitz grundsätzlich zu blockieren.“
Bingener betonte, die Kinderkommission benötige eine Leitung, die Vertrauen schaffe – bei Familien, Fachverbänden, Kirchen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und nicht zuletzt bei den Kindern selbst. Ein Vorsitz durch die AfD beeinträchtige dieses Vertrauen erheblich.
















