Die fragile Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon wird um eineinhalb Monate verlängert. Unter Vermittlung der Vereinigten Staaten sollen Vertreter Israels und des Libanons währenddessen weiter an einer Lösung des Konflikts arbeiten, wie das US-Außenministerium mitteilte. Die aktuell geltende Waffenruhe war in den vergangenen Wochen allerdings von israelischer Seite immer wieder verletzt worden.
Die abermalige Verlängerung der Ende April schon einmal ausgedehnten Feuerpause um weitere 45 Tage wurde nach einer dritten Gesprächsrunde zwischen israelischen und libanesischen Regierungsvertretern in Washington bekanntgegeben. „Die Friedensgespräche verliefen offen und konstruktiv und sollen nun auf zwei Ebenen vorangetrieben werden: auf sicherheitspolitischer und auf politischer Ebene“, schrieb der israelische Botschafter in den USA, Jechiel Leiter, auf der Online-Plattform X. „Es wird Höhen und Tiefen geben, doch die Erfolgsaussichten sind groß.“
Libanesische Delegation: „Dringend benötigte Atempause“
Auch die libanesischen Unterhändler zeigten sich optimistisch. „Die Verlängerung des Waffenstillstands und die Einrichtung eines von den USA unterstützten Sicherheitsprozesses verschaffen unseren Bürgern eine dringend benötigte Atempause, stärken die staatlichen Institutionen und ebnen den Weg für dauerhafte Stabilität“, zitierte die Nachrichtenseite „Naharnet“ aus einer Stellungnahme der Delegation.
Angesichts der zahlreichen Opfer durch israelische Angriffe pocht die Regierung in Beirut auf die territoriale Integrität des Landes und eine dauerhafte Waffenruhe.
Vertreter der israelischen und der libanesischen Regierung sollen nun am 2. und 3. Juni zu einer neuen Verhandlungsrunde zusammenkommen. Zuvor soll am 29. Mai im Pentagon ein militärischer Dialog zwischen Delegationen beider Länder stattfinden.
Israel und der Libanon hätten sich auf einen Verhandlungsrahmen geeinigt, um einen dauerhaften Frieden, eine uneingeschränkte Anerkennung der Souveränität und territorialen Integrität des jeweiligen Nachbarlandes sowie Sicherheit entlang ihrer Grenze zu fördern, teilte das US-Außenministerium mit.
Bericht: Tote und Verletzte bei israelischem Angriff im Libanon
Die Regierungen beider Länder hatten sich Mitte April erstmals auf eine Feuerpause geeinigt. Allerdings ist die Waffenruhe äußerst brüchig und wird von Israel immer wieder verletzt. Erst am Freitag wurden nach libanesischen Angaben durch einen israelischen Angriff im Süden des Landes sechs Menschen getötet, darunter drei Sanitäter.
Nach dem Beginn des US-israelischen Angriffskrieges gegen den Iran Ende Februar war auch der schwelende Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon wieder eskaliert.
Libanesische Regierung soll Hisbollah an Angriffen hindern
Laut der ursprünglichen Vereinbarung soll die libanesische Regierung die Hisbollah mit internationaler Hilfe daran hindern, vom Libanon aus Gegenschläge auf israelische Ziele auszuführen. Israel soll demnach zwar auf „offensive Militäroperationen“ im Libanon verzichten, sich aber gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe „verteidigen“ dürfen.
Laut dem libanesischen Gesundheitsministerium tötete Israel seit Anfang März mindestens 2.951 Menschen im Libanon und verletzte rund 8.690 weitere – darunter zahlreiche Frauen und Minderjährige Behördenangaben zufolge wurden zudem rund 1.6 Millionen Vertriebene registriert.























