Extremistische israelische Siedler haben Medienberichten zufolge Mitglieder eines US-Fernsehteams und eine palästinensische Familie im besetzten Westjordanland angegriffen. Dabei seien ein Mann und eine Frau verletzt worden, hieß es am Samstag in übereinstimmenden Medienberichten. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, der Vorfall habe sich im Dorf Dschalud südlich von Nablus ereignet. NBC News berichtete, dass mehrere Journalisten des US-Senders attackiert worden seien.
Die Journalisten hätten eine Familie zu ihrem Haus begleitet, das diese bereits vor längerer Zeit hatte verlassen müssen. Wafa berichtete, die Siedler hätten unter anderem die Windschutzscheibe des Fahrzeugs eingeschlagen, in dem Mitarbeiter des US-Senders NBC News unterwegs waren. „Sie sprangen heraus, schlugen uns und sprangen dann zurück ins Auto“, zitierte NBC News seinen Korrespondenten. Dieser sei zweimal am Arm getroffen und später in einer Klinik behandelt worden.
Die israelische Armee behauptete, Sicherheitskräfte seien auch in Dschalud im Einsatz, „um weitere Unruhen zu verhindern und die Ordnung in der Region wiederherzustellen“. Man verurteile „alle Formen von Gewalt aufs Schärfste“.
Israel besetzt seit dem Sechstagekrieg 1967 unter anderem das palästinensische Westjordanland und Ostjerusalem. Heute leben dort rund 730.000 Siedler in mehr als 370 illegalen Siedlungen und Außenposten. Immer wieder kommt es zu Übergriffen auf Palästinenser durch extremistische Siedler. Sie dringen in palästinensische Dörfer ein, verüben Brandanschläge und zünden Felder und Olivenhaine an. Die israelische Armee schreitet meist nicht ein, sondern schützt die Angreifer oder beteiligt sich selbst an Angriffen.
Eine UN-Untersuchungskommission für Palästina kam im Juni zu dem Schluss, dass israelische Behörden und Besatzungstruppen die Siedlergewalt dulden oder unterstützen. Israelische Truppen sind demnach immer wieder an Siedlerangriffen beteiligt, bei denen Palästinenser verletzt, getötet oder vertrieben werden.
Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den israelischen Siedlungsbau in einer Resolution aus dem Jahr 2016 und stufte ihn als völkerrechtswidrig ein.
Seit Beginn des israelischen Vernichtungskrieges in Gaza hat sich auch die Lage im Westjordanland deutlich verschärft. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministerium wurden dort seit Beginn des Krieges mehr als 1.100 Palästinenser von Israelis getötet.























