Die israelische Armee leitet strafrechtliche Ermittlungen zur Tötung des palästinensischen Mädchens Hind Rajab sowie von Sanitätern im Gaza-Krieg ein. Insgesamt seien fünf Tötungen im Gazastreifen untersucht worden, hieß es in einer Mitteilung des Militärs. Zuvor hatte Israel Armee bestritten, für die Tötung von Hind Rajab verantwortlich zu sein.
Das damals fünfjährige Mädchen war am 29. Januar 2024 von der israelischen Armee getötet worden. Sie überlebte zunächst verletzt und war in Tonaufnahmen eines Notrufs zu hören, in denen sie stundenlang um Hilfe flehte, bevor sie starb.
Nachdem sich die israelischen Streitkräfte aus dem Gebiet zurückgezogen hatten, stellten Rettungsteams am 10. Februar 2024 fest, dass sowohl Hind Rajab als auch die zu ihrer Rettung entsandten Sanitäter getötet worden waren. Der Forschungsgruppe Forensic Architecture zufolge wurde das Fahrzeug, in dem sich Hind Rajab befand, von 355 Kugeln getroffen. Der Fall, einschließlich der Audioaufnahmen, wurde später in dem Film „Die Stimme von Hind Rajab“ aufgearbeitet. Der Film erhielt im Februar bei einer Gala in Berlin den Preis als „wertvollster Film“.
Die Untersuchung habe ergeben, dass israelische Soldaten zunächst auf ein Fahrzeug der Hamada-Familie geschossen hätten, wobei fünf Menschen getötet worden seien, hieß es in der Mitteilung der Armee. Hind und ihre Cousine hätten zunächst überlebt. Später seien Vorwürfen zufolge bei einem koordinierten Rettungseinsatz zwei Sanitäter durch eine Mörsergranate getötet worden. Erst mehrere Tage später seien die Leichen von sieben Familienmitgliedern, darunter die beiden Mädchen, sowie der beiden Sanitäter geborgen worden. Wegen mutmaßlicher Fehler bei der Koordinierung des Rettungseinsatzes sei in dem Fall eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet worden.
Auch in einem weiteren Fall, bei dem im März vergangenen Jahres 15 Palästinenser getötet worden waren, darunter auch mehrere Sanitäter, wurden den Angaben zufolge strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen.






















