Ein großer Waldbrand bedroht die Gemeinde Hürtgenwald im nordrhein-westfälischen Kreis Düren. Rund 300 Hektar Wald stehen am Morgen in Flammen. Der Brand hatte sich seit Donnerstagnachmittag ausgebreitet. Am frühen Morgen wurde der Ortsteil Gey mit gut 1.800 Einwohnern evakuiert.
Die bekannten Fakten im Überblick:
Evakuierung in Gey: Kurz vor 4.00 Uhr entschied die Feuerwehr, den Ortsteil Gey zu evakuieren. Zuvor hatte sich nach Polizeiangaben der Wind gedreht. Gegen 8.00 Uhr teilte der Kreis Düren mit, dass die Evakuierung abgeschlossen sei. Es habe keine Zwischenfälle gegeben. Die Menschen seien alle sehr verständig gewesen, sagte Bürgermeister Stephan Cranen (parteilos). Pflegebedürftige Menschen seien abgeholt worden.
Ortsteil Großhau: Der benachbarte Ortsteil Großhau wurde zunächst nicht evakuiert. Bürgermeister Cranen sagte, das werde hoffentlich nicht nötig. Die Lage ist nach Einschätzung der Behörden allerdings dynamisch.
Krisenstab: Wegen der sich zuspitzenden Lage ist der Krisenstab des Kreises Düren einberufen worden. Er soll die aktuelle Lage bewerten und das weitere Vorgehen besprechen.
Brandfläche: Rund 300 Hektar Wald sind betroffen – das entspricht etwa 420 Fußballfeldern. Die Gemeinde spricht von einer „Großschadenslage“.
Löscharbeiten: Zahlreiche Feuerwehrleute kämpfen seit Donnerstagnachmittag gegen die Flammen. Am Morgen seien mehr als 200 Einsatzkräfte vor Ort, teilte der Kreis Düren mit. Die Bundeswehr, Forst- und Landwirte unterstützen.
Hubschrauber: Nach Angaben des Innenministeriums von Nordrhein-Westfalen sind aktuell schon fünf Hubschrauber eingebunden. Dabei handele es sich im Detail um einen Hubschrauber der NRW-Polizei, einen Hubschrauber der Bundespolizei sowie drei Hubschrauber aus Rheinland-Pfalz und Hessen, sagte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums der dpa. Sie tanken Wasser in einem großen Becken oder den umliegenden Talsperren. Außerdem würden Wasserwerfer der Polizei für einen möglichen Einsatz bei dem Waldbrand vorbereitet.
Munitionsbelastung: Das Gelände um Hürtgenwald ist durch Weltkriegsmunition belastet. In der Nacht ging Munition hoch, Explosionen waren zu hören. Der Hürtgenwald war 1944 und 1945 Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen deutschen und US-amerikanischen Truppen. Bis heute werden in der Region Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden.
Wind: Auch die wechselnden, teils starken Winde erschwerten in der Nacht den Einsatz, wie Landrat Ralf Nolten (CDU) sagte. Am Freitagmorgen waren auch Panzer und Forstunternehmer vor Ort. Sie sollten Schneisen in dem dicht bewaldeten Gebiet legen, um die Ausbreitung des Feuers einzudämmen.
Unklar ist bislang: Die Ursache des Waldbrandes ist bislang nicht bekannt. Zunächst offen ist auch, wie sich das Feuer in den kommenden Stunden entwickelt und ob weitere Ortsteile oder Gemeinden evakuiert werden müssen. Bislang wurden keine Verletzten gemeldet.
Hürtgenwald liegt im Westen Nordrhein-Westfalens nahe der belgischen Grenze. In der gesamten Gemeinde leben knapp 9.000 Menschen. Die Kreisstadt Düren mit rund 94.000 Einwohnern ist nur rund zehn Kilometer vom evakuierten Ortsteil Gey entfernt.























