POLITIK
2 Min. Lesezeit
Ohne Selenskyj, aber mit Merz: Konferenz zu Ukraine-Hilfen
Noch herrscht Krieg in der Ukraine, der Wiederaufbau wird aber schon geplant. Doch vor einem wichtigen Treffen haben sich die Co-Gastgeber Polen und Ukraine zerstritten.
Ohne Selenskyj, aber mit Merz: Konferenz zu Ukraine-Hilfen
Ohne Selenskyj, aber mit Merz: Konferenz zu Ukraine-Hilfen / Foto: DPA

Überschattet von Streit zwischen Warschau und Kiew beraten internationale Geber ab Donnerstag in Danzig über den Wiederaufbau der Ukraine. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lässt sich in der Ostseestadt von Regierungschefin Julia Swyrydenko vertreten. Co-Gastgeber auf polnischer Seite ist Ministerpräsident Donald Tusk. Für Deutschland reist Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kurz nach Danzig (Gdansk).

Wie in den Jahren zuvor geht es bei der Ukraine Recovery Conference (URC) darum, wie laufende Kriegsschäden an der ukrainischen Infrastruktur repariert werden können und wie der künftige Wiederaufbau aussehen soll. Russland hat immer wieder Kraftwerke und Energienetze der Ukraine bombardiert. Im vergangenen Winter hatten Millionen Menschen in der Hauptstadt Kiew über Wochen keine Heizung und kaum Strom. Viele Wohnhäuser und viele Betriebe in der Ukraine sind beschädigt oder zerstört.

200 Verträge zum Wiederaufbau der Ukraine erwartet

Tusk sprach vor der zweitägigen Konferenz in Danzig von 200 Verträgen im Milliardenwert für den Wiederaufbau. Der liberale Ministerpräsident bemüht sich, den Streit mit der Ukraine zu beruhigen, während der rechtskonservative Präsident Karol Nawrocki ihn verschärft hat: Er hat Selenskyj einen hohen polnischen Orden aberkannt.

Ausgelöst hat den seit Wochen schwelenden Streit aber Selenskyj. Er benannte eine Armee-Einheit nach ukrainischen Untergrundkämpfern im Zweiten Weltkrieg. Auf deren Konto gehen aber auch Massaker an Zehntausenden Polen und Juden auf dem Gebiet der heutigen Westukraine, und in Polen rief der Schritt Selenskyjs große Empörung hervor.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen