Der deutsche Arbeitsmarkt profitiert angesichts des demografischen Wandels von Zuwanderung, doch bei der Integration gibt es laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung weiterhin großen Handlungsbedarf. Während rund zwei Drittel (65,8 Prozent) der deutschen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, liegt der Anteil bei Ausländern und Ausländerinnen bei 52,4 Prozent, wie die Stiftung am Donnerstag in Gütersloh mitteilte. In der Gruppe der Zugewanderten seien 59 Prozent Männer und knapp 45 Prozent Frauen tätig. Besonders groß ist demnach der Geschlechterunterschied bei Menschen aus Asylherkunftsländern: Acht Jahre nach ihrer Ankunft arbeiten 73 Prozent der Männer, aber lediglich 31 Prozent der Frauen.
Hinzu komme, dass viele Zugewanderte unterhalb ihrer Qualifikation beschäftigt seien, hieß es. Fast 36 Prozent der ausländischen Beschäftigten würden in Betrieben als Helferinnen und Helfer, etwa als Reinigungskraft, eingesetzt. Bei Erwerbstätigen aus Asylherkunftsländern seien es sogar knapp 45 Prozent. Selbst Zugewanderte mit anerkanntem Berufs- oder Hochschulabschluss fänden häufig keine ihrer Qualifikation entsprechende Tätigkeit. Laut Studie verfügt fast jeder fünfte Zugewanderte über einen Hochschulabschluss.
Bürgergeldbezug sinkt in mehreren Herkunftsgruppen
Positiv bewertet das Autorenteam den rückläufigen Bürgergeldbezug in mehreren Herkunftsgruppen. Bei Menschen aus Asylherkunftsländern sank die Quote seit 2020 von 58,2 auf 39,6 Prozent, bei Geflüchteten aus der Ukraine seit 2023 von 64 auf 52,1 Prozent, wie es hieß. Zugleich verweist die Studie auf den hohen Anteil von Erwerbstätigen, die trotz Arbeit auf Grundsicherung angewiesen seien. Für das „Focus Paper“ wurden Daten aus fast 90 Quellen zum Thema analysiert, unter anderem der Bundesagentur für Arbeit und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.
Für eine bessere Integration von zugewanderten Menschen in den Arbeitsmarkt mahnt die Stiftung den Ausbau von Deutschkursen, schnellere Anerkennung von Abschlüssen und weniger Bürokratie an. Die Autoren plädieren für eine zentrale Anlaufstelle, die die Schnittstellen zwischen Ausländerbehörden und Arbeitsverwaltung digital miteinander verzahnt.























