Der geplante Einstieg des israelischen Rüstungskonzerns Rafael am Volkswagen-Standort Osnabrück gerät offenbar ins Stocken. Grund dafür sollen Einwände des katarischen Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA) sein, der Anteilseigner ist. Darüber berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf drei mit den Gesprächen vertraute Personen.
QIA zählt mit rund 17 Prozent der Stimmrechte zu den größten Anteilseignern von Volkswagen (VW) und verfügt über zwei Sitze im Aufsichtsrat des Konzerns. Reuters zufolge fordert der katarische Staatsfonds weitere Beratungen und lehnt eine direkte Zusammenarbeit mit dem israelischen Rüstungskonzern ab. Im Vorfeld war es auch in Deutschland immer wieder zu Protesten gegen das Vorhaben gekommen.
Rafael hatte nach Informationen von Reuters bereits im April eine Absichtserklärung zur Übernahme des VW-Werks in Osnabrück unterzeichnet. Demnach soll die Produktion über die deutsche Tochtergesellschaft Dynamit Nobel Defence erfolgen. Geplant sei die Herstellung von militärischen Komponenten wie Lastwagen, mobilen Startplattformen und Generatoren für das israelische Luftverteidigungssystem „Iron Dome“. Raketen sollen in Osnabrück nicht produziert werden.
Für VW ist die Zukunft des Standorts in Osnabrück von großer Bedeutung. Rund 2.300 Menschen sind dort beschäftigt. Die traditionelle Fahrzeugproduktion soll aber nach derzeitiger Planung 2027 auslaufen. Der Konzern sucht deshalb seit Monaten nach einer langfristigen Perspektive für den Standort. Neben klassischen Industrieprojekten werden dabei auch Kooperationen mit Unternehmen aus der Rüstungsindustrie geprüft.
Das Golfemirat Katar unterhält zwar keine diplomatischen Beziehungen zu Israel, fungierte aber in der Vergangenheit als Vermittler zwischen der israelischen Regierung und der palästinensischen Widerstandsorganisation Hamas.
WIRTSCHAFT
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Katar blockiert geplanten VW-Deal mit israelischem Rüstungskonzern
Der geplante Rüstungseinstieg am VW-Standort Osnabrück wird zum politischen Konfliktfall. Katar stellt sich offenbar gegen eine direkte Zusammenarbeit mit dem israelischen Konzern Rafael.

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