Türkiye ist als 71. Staat dem Artemis-Abkommen der US-Raumfahrtbehörde NASA beigetreten. Industrie- und Technologieminister Mehmet Fatih Kacır besiegelte den Beitritt am Montag im NASA-Hauptquartier in Washington.
NASA-Chef Jared Isaacman begrüßte Türkiye als neuen Unterzeichnerstaat. „Es ist mir eine Ehre, die Republik Türkiye als 71. Unterzeichner des Artemis-Abkommens willkommen zu heißen“, sagte Isaacman laut einer Mitteilung der Raumfahrtbehörde. Darin wurde auch die wachsende Rolle von Türkiye in der Weltraumforschung hervorgehoben.
Das türkische Außenministerium teilte am Dienstag in einer Erklärung mit, Ankara werde die internationale Zusammenarbeit bei der friedlichen Erforschung und Nutzung des Weltraums weiter unterstützen. Zudem werde man zur Entwicklung von Raumfahrttechnologien beitragen.
Vorbereitung auf erste Mondmission
Türkiye bereitet derzeit mit „AYAP-1“ seine erste unbemannte Mondmission vor. Das Raumschiff soll Anfang 2027 von der Erde in eine Mondumlaufbahn gebracht werden, dort wissenschaftliche Daten sammeln und den Mond erreichen. Die Mission endet planmäßig mit einem kontrollierten harten Aufschlag auf der Mondoberfläche, um Kernsysteme zu testen. Das Land will sich damit in die Gruppe der Staaten einreihen, die eigene Technologien für Missionen zum Mond entwickeln und ins All befördern.
Im Oktober richtet Türkiye den Internationalen Raumfahrtkongress in Antalya aus. Vertreter zahlreicher Unterzeichnerstaaten der Artemis-Abkommen werden dort über die Zukunft der friedlichen und transparenten Weltraumforschung beraten.
Das Artemis-Abkommen
Das Artemis-Abkommen besteht aus einer Reihe von nicht bindenden multilateralen Vereinbarungen zwischen der Regierung der USA und anderen Staaten. Es wurde 2020 von der NASA, dem US-Außenministerium und sieben Gründungsstaaten ins Leben gerufen. Sie legen Grundsätze für die internationale Zusammenarbeit im Weltraum fest. Dazu gehören die friedliche Erforschung, der Austausch wissenschaftlicher Daten, gegenseitige Hilfe in Notfällen sowie der Schutz historisch bedeutender Stätten und Objekte. Ziel der Vereinbarung ist eine friedliche, transparente und gemeinschaftliche Erforschung des Weltraums.
Der Beitritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender türkischer Raumfahrtaktivitäten. Alper Gezeravcı war 2024 als erster türkischer Astronaut zur Internationalen Raumstation ISS gereist. Er führte dort gemeinsam mit NASA-Astronauten wissenschaftliche Experimente durch. Tuva Cihangir Atasever nahm danach als zweiter türkischer Raumfahrer an der suborbitalen Galactic 07-Mission von Virgin Galactic teil.























