Sechs Jahre nach der Normalisierung ihrer Beziehungen im Zuge der umstrittenen Abraham-Abkommen wollen Israel und Marokko ihre Verbindungen weiter ausbauen. Nach Angaben des israelischen Außenministeriums bekräftigten die Außenminister beider Länder bei einem Treffen am Mittwoch in New York mit dem US-Botschafter bei der UNO, Mike Waltz, entsprechende Schritte. Dazu zählen demnach „die Vertiefung der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern, die Aufwertung ihrer jeweiligen diplomatischen Vertretungen auf Botschafterebene und die Ernennung von Botschaftern“.
Demnach fand das Treffen zwischen Israels Außenminister Gideon Saar und seinem marokkanischen Kollegen Nasser Burita auf Einladung von Waltz statt. Ein Zeitpunkt für die Botschaftseröffnungen wurde nicht mitgeteilt. Marokko äußerte sich zunächst nicht dazu. Israel hatte bereits im Juni 2022 während eines Besuchs des damaligen Außenministers Jair Lapid in Marokko eine ähnliche Ankündigung gemacht.
Den israelischen Angaben zufolge sollen bis Ende 2026 Wirtschaftsabkommen zwischen den beiden Ländern geschlossen werden, zudem soll die Zahl der Direktflüge erhöht werden. „Die Freundschaft zwischen dem marokkanischen und dem jüdischen Volk ist tief verwurzelt und hat und eine reiche Geschichte“, wurde Saar in der Erklärung seines Ressorts zitiert. Die am Mittwoch unterzeichnete Erklärung umfasst demnach „konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Beziehungen zwischen Israel und Marokko im Interesse beider Völker“.
Marokkos Liaison mit Israel: Abraham-Abkommen
Ende 2020 hatte Marokko im Zuge der sogenannten Abraham-Abkommen, die US-Präsident Donald Trump während seiner ersten Amtszeit auf den Weg gebracht hatte, seine Beziehungen zu Israel normalisiert. Mit den umstrittenen Abraham-Abkommen normalisierten überdies die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain ihre Beziehungen zu Israel.
Die Abraham-Abkommen setzen allerdings voraus, dass die Palästina-Frage ausgeklammert wird. Noch bis 2020 vertraten die arabischen Staaten Bahrain, Marokko und VAE die Position, dass der Weg zu einer Normalisierung der Beziehungen zu Israel nur über die Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates führen könne.
Nach Darstellung der USA zielen die Abraham-Abkommen auf eine Stabilisierung der Sicherheitslage im gesamten Nahen Osten. Mit Blick auf Israels Vernichtungskrieg in Gaza, den israelischen Aggressionen im Libanon, Syrien sowie Jemen und dem US-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran erweist sich dieser Schritt in der zweiten Amtszeit von Trump als besonders schwierig.























