Nach dem Sturz des syrischen Diktators Baschar al-Assad im Dezember 2024 sind laut in einem Medienbericht zitierten UN-Angaben gut 1,6 Millionen Flüchtlinge in das Land zurückgekehrt. Rückkehrer aus Deutschland wurden dabei in einer Aufstellung des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR nur unter „Sonstige Länder“ mit insgesamt rund 6.100 Rückkehrern geführt, wie die Zeitung „Welt am Sonntag“ berichtet.
Den Angaben zufolge kehrten bis Mitte April aus Türkiye 634.000 Menschen nach Syrien zurück, aus dem Libanon 621.000 und aus Jordanien 284.000 Syrer. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hat noch nicht im größeren Umfang mit sogenannten Widerrufsprüfungen begonnen, wie die Behörde der „Welt am Sonntag“ bestätigte.
Damit stellt das Bamf fest, ob ein Mensch noch den in der Vergangenheit erhaltenen Schutztitel benötigt oder nicht. Bislang erfolge dies nur „anlassbezogen“. Für einige Gruppen werde noch eine „geringe Gefährdung“ in dem langjährigen Bürgerkriegsland angenommen.
Laut „Welt am Sonntag“ argumentiert das Bamf, für die Widerrufsverfahren sei erforderlich, „dass die Veränderung der Lage im Herkunftsland erheblich ist und nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft stattfindet“. Dieses Kriterium könne „erst nach Ablauf einer gewissen Zeit und nach Verstetigung der Verhältnisse“ festgestellt werden. Auf Anfrage habe das Bamf mitgeteilt: „Wann die Lage vor Ort eine Ausweitung der Widerrufsprüfungen zulässt, lässt sich nicht prognostizieren.“
Im jüngsten Länderreport des Amtes vom November werde zwar „seit dem Regierungswechsel tendenziell ein stetiger Abwärtstrend der Gesamtzahl an Konfliktvorfällen“ und dadurch Getöteten festgestellt, berichtet „die WamS“. Doch sei die „wirtschaftliche und humanitäre Lage in Syrien weiterhin desolat“.
Kämpfer unter Führung der Rebellengruppe Hajat Tahrir al-Scham (HTS) hatten am 8. Dezember 2024 Damaskus vom Assad-Regime befreit. Machthaber Baschar al-Assad, der Syrien jahrelang mit eiserner Hand regierte und in einen fast 14 Jahre dauernden Bürgerkrieg gestürzt hatte, floh daraufhin nach Russland. Syriens neuer Präsident Ahmed al-Scharaa bemüht sich seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 um Reformen und wirtschaftlichen Aufschwung.














