TÜRKİYE
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Ankara fordert Freilassung von Aktivisten nach israelischen Überfall gegen „Global Sumud Flotilla“
Israels Überfall gegen eine Hilfsflotte verschärft die internationale Kritik. Ankara spricht von Piraterie – und erhöht den politischen Druck.
Ankara fordert Freilassung von Aktivisten nach israelischen Überfall gegen „Global Sumud Flotilla“
Ankara fordert Freilassung von Aktivisten nach israelischen Überfall gegen „Global Sumud Flotilla“ / Foto: AA / AA

Nach dem Überfall gegen die „Global Sumud Flotilla“ in internationalen Gewässern hat das türkische Parlament Israel verurteilt und die sofortige Freilassung der festgesetzten Aktivisten sowie türkischen Staatsbürger gefordert. In einem einstimmig verabschiedeten Antrag am Donnerstag wird die Entführung der Aktivisten als „Piraterie“ und „Kriegsverbrechen“ bezeichnet. Israel habe erneut „offenkundig gegen das Völkerrecht verstoßen“ und humanitäre Hilfe für den Gazastreifen blockiert.

Der von Parlamentspräsident Numan Kurtulmuş unterzeichnete Text wurde im Plenum verlesen und ohne Gegenstimmen angenommen. Die Flottille sei eine „zivile und friedliche Initiative“, die in internationalen Gewässern angegriffen worden sei, heißt es in der Erklärung. Mehr als 180 pro-palästinensische Aktivisten sind enführt worden, darunter rund 20 türkische Staatsbürger.

Ankara kündigte an, die Verantwortlichen vor internationalen Gerichten zur Rechenschaft ziehen zu wollen. Zugleich rief das Parlament andere Staaten sowie internationale Organisationen zu einer gemeinsamen Haltung auf, um die israelische Blockadepolitik zu beenden und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe nach Gaza zu gewährleisten.

Die Hilfsflotte war am Sonntag von Sizilien aus in See gestochen. An Bord waren Aktivisten aus zahlreichen Ländern. Die Organisatoren sprachen von der bislang größten Mission dieser Art. Ziel ist es, den illegalen Belagerungsring um Gaza auf See zu durchbrechen und humanitäre Hilfsgüter in den Küstenstreifen zu bringen.

Die „Global Sumud Flotilla“ war bereits bei ihrer Aktion im Herbst 2025 in internationalen Gewässern mehrfach angegriffen worden. Es kam unter anderem zu Drohnenangriffen, zu denen sich Israel aber nicht bekannte. Die mehr als 400 Aktivisten wurden später von israelischen Soldaten verschleppt und erst nach Tagen freigelassen. Sie berichteten von Misshandlungen während ihrer Gefangenschaft.

Seit dem Wahlsieg der Hamas in Gaza im Jahr 2007 riegelt Israel den Gazastreifen entgegen dem Völkerrecht vom Meer aus strikt ab. Die Absperrung der Zugänge nach und aus Gaza wird auch von Ägypten mitgetragen, das im Süden an den Küstenstreifen grenzt.

Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Widerstandsorganisation Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Am 10. Oktober trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder gebrochen wird. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden während der Waffenruhe mindestens 818 Palästinenser getötet. Demnach tötete Israel seit Oktober 2023 mehr als 72.590 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 172.404 weitere. Die humanitäre Lage in dem Küstengebiet ist Hilfsorganisationen zufolge weiterhin äußerst prekär.

QUELLE:TRT Deutsch