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Nach Ceuta: Hunderte Migranten gelangen auch in zweite spanische Exklave
Die Lage in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta ist nach der Ankunft Hunderter Migranten angespannt. Auch die zweite Exklave Melilla erlebt einen Ansturm.
Nach Ceuta: Hunderte Migranten gelangen auch in zweite spanische Exklave
Ceuta, Spanien, 30.07.2026 / Foto: Antonio Sempere/AP

Auch in der zweiten spanischen Nordafrika-Exklave Melilla haben Hunderte Migranten die Grenze überwunden. Etwa 400 Menschen seien über zwei Grenzübergänge von Marokko aus auf dem Landweg und über einen Damm im Süden der Stadt in das Gebiet gelangt, sagte der Präsident der autonomen Stadt, Juan José Imbroda, dem Radiosender Cope am Donnerstagabend. Die Sicherheitskräfte hätten die Lage unter Kontrolle gehalten.

In der 250 Kilometer westlich gelegenen Exklave Ceuta ist die Lage weiter angespannt. Schätzungen aus Polizeikreisen zufolge könnten innerhalb weniger Tage mehr als 20.000 Menschen aus Nordafrika überwiegend schwimmend nach Ceuta gelangt sein, wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtete. Mindestens 16 Menschen seien bereits tot aus dem Wasser geborgen worden.

Hunderte Menschen übernachten auf den Straßen

In der Nacht auf Freitag übernachteten in Ceuta hunderte junge Migranten auf den Straßen, wie eine Reporterin der Zeitung „El País“ berichtete. Viele von ihnen trügen kaum etwas am Leibe. In der Nacht und auch am Freitagmorgen kamen dem Bericht zufolge weiter Hunderte Menschen über die Grenze.

Die Zentralregierung in Madrid ordnete Medienberichten zufolge den Einsatz von in Ceuta stationierten Armee-Einheiten zur Unterstützung der Grenzbeamten an. Ministerpräsident Pedro Sánchez reist am heutigen Freitag in das Gebiet.

Brunner zu Ceuta: EU bereit, Spanien zu unterstützen

Die EU hat angesichts des Andrangs von Migranten in der Exklave Ceuta Spanien Unterstützung angeboten. Migrationskommissar Magnus Brunner habe „die Bereitschaft der EU zum Ausdruck gebracht, Spanien – unter anderem über Frontex – verstärkt zu unterstützen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen“, teilte er auf der Plattform X mit.

Man stehe zudem in Kontakt mit den marokkanischen Behörden, „um sicherzustellen, dass alle notwendigen Anstrengungen unternommen werden, um diese gefährlichen Reisen zu verhindern“, schrieb Brunner weiter. Der Schutz der EU-Außengrenzen sei „ein wesentlicher Bestandteil unserer Bemühungen zur Bekämpfung der illegalen Migration“. Mit den zuständigen Behörden stehe die EU wegen der Lage in Ceuta in Kontakt.

Italiens rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni schrieb auf der Plattform X, Italien werde  „nicht tatenlos zusehen“. Man wolle die zuständigen Gremien einberufen und in der Folge möglicherweise auch mit außergewöhnlichen Maßnahmen eingreifen, „um die Grenzen und die Sicherheit der Bürger zu verteidigen, etwa durch die Aussetzung des Schengen-Raums mit Spanien.“ Damit dürften Grenzkontrollen gemeint sein. Details nannte Meloni nicht. Italien und Spanien haben keine gemeinsame Grenze.

Bilder wecken Erinnerungen an 2021

Die Bilder aus Ceuta wecken Erinnerungen an die Ereignisse vor fünf Jahren. Im Mai 2021 waren innerhalb von 36 Stunden mehr als 8.000 Menschen von Marokko aus in die Exklave gestürmt. 

Obwohl Marokko 1956 die Unabhängigkeit von Frankreich und Spanien
erlangte, hat Spanien dort weiterhin zwei Exklaven, Ceuta und Melilla. Beide werden von Marokko beansprucht. In der Nähe beider Gebiete warten oft Tausende Menschen – vorwiegend aus Ländern südlich der Sahara – auf eine Gelegenheit, in das zur EU gehörende Gebiet zu kommen.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen