Ungarn weist zehn Mitglieder der russischen diplomatischen Vertretung aus. Diese hätten „Aktivitäten ausgeübt, die für Diplomaten gemäß der Wiener Konvention inakzeptabel sind“, erklärte Ungarns Außenministerin Anita Orban am Dienstag im Onlinedienst Facebook. Die Betroffenen seien aufgefordert worden, das Land zu verlassen. Konkrete Gründe für die Ausweisung nannte die Außenministerin nicht.
Ziel des Schritts sei es, die „Sicherheit und Souveränität“ Ungarns zu schützen, fuhr Orban fort. Die Maßnahme bedeute aber keinen Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Russland.
Moskau kündigte Vergeltungsmaßnahmen an. „Die Reaktion auf die russophobe Lobby in Budapest wird hart und schmerzhaft sein“, sagte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa der staatlichen Nachrichtenagentur Tass.
EU-Sprecher Christian Wigand sagte, Ungarn habe eine „legitime Entscheidung“ getroffen und „eine erwartete Reaktion angesichts der anhaltenden Kampagne Russlands, hybride Angriffe gegen die EU und ihre Mitgliedstaaten einzusetzen“.
Ungarns früherer Ministerpräsident Viktor Orban unterhielt enge Beziehungen zu Russland und Kreml-Chef Wladimir Putin. Bei der Wahl im April wurde er abgewählt, sein Nachfolger Peter Magyar bemüht sich um eine Verbesserung der Beziehungen zur EU und zur Ukraine.
Ungarn hatte sich nach Beginn des Russland-Ukraine-Kriegs nicht anderen europäischen Ländern angeschlossen, die damals russische Diplomaten in großer Zahl auswiesen.






















