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Kanada will britisch-geführter Militärkoalition beitreten
Kanada sucht angesichts der Spannungen mit den USA neue Partner in Europa: Das Land will der britisch geführten Militärkoalition JEF beitreten. Zugleich sorgt ein Vorschlag von EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen für Ärger mit US-Präsident Trump.
Kanada will britisch-geführter Militärkoalition beitreten
Straßburg, Frankreich, 17.09.2026 / Foto: Pascal Bastien/AP

Kanada hat sich in dem Bestreben, seine Abhängigkeit von den USA zu verringern, um die Aufnahme in die von Großbritannien geführte Militärkoalition Joint Expeditionary Force (JEF) beworben. Dies teilte das Büro von Premierminister Mark Carney am Mittwoch mit. „Premierminister Carney gab bekannt, dass Kanada sich formell um den Beitritt zur Joint Expeditionary Force beworben hat, und begrüßte die Unterstützung Großbritanniens für die Teilnahme Kanadas an dieser wichtigen Initiative“, hieß es in der Erklärung.

Bei der JEF handelt es sich um eine schnelle Eingreiftruppe, der zehn NATO-Mitgliedstaaten angehören: Dänemark, Estland, Finnland, Island, Lettland, Litauen, die Niederlande, Norwegen, Schweden und das Vereinigte Königreich. 

Carney hatte sich zuvor mit dem britischen Premierminister Andy Burnham getroffen. Dabei sei auch das Global Combat Air Programme besprochen worden, ein Projekt für ein modernes Kampfflugzeug, dem Kanada seit Juli 2026 als Beobachter angehört.

Trump droht EU wegen geplanter Annäherung an Kanada

Derweil sorgt ein Vorschlag von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für Ärger mit US-Präsident Donald Trump. Von der Leyen hatte am Mittwoch in ihrer diesjährigen Rede zur Lage der Union dafür geworben, Kanada zum ersten „assoziierten Mitglied“ der Europäischen Union zu machen. Als konkrete Bereiche für eine mögliche noch engere Zusammenarbeit nannte sie Technologiefragen, die Produktion von Rüstungsgütern sowie die Künstliche Intelligenz und die Arktispolitik. Wie die geplante assoziierte EU-Mitgliedschaft konkret gestaltet werden soll, erklärte sie allerdings zunächst nicht.

Kanadas Premierminister Carney begrüßte den „Vorschlag“ zu einem „weitaus stärkeren, ehrgeizigeren Bündnis in der Zukunft“. Eine assoziierte Mitgliedschaft wurde in seiner Stellungnahme nicht direkt erwähnt.

Trump reagierte prompt und bezeichnete den Vorstoß als „lächerlich“. Falls er es als „feindseligen Akt“ empfinden sollte, würde er hohe Zölle verhängen oder den Handel mit Europa in vielen Bereichen einstellen, drohte Trump vor Reportern in Washington.

Falls die EU das in böser Absicht mache, würden die USA „sehr hohe Zölle gegen Europa“ verhängen. Trump sagte allerdings auch, dass es in Ordnung sei, falls die Absicht gut sei - ohne genauer zu erläutern, woran er das festmachen würde. Zu Kanada sagte er nur, das Nachbarland sei zuletzt ein „schrecklicher Handelspartner“ gewesen.

Eine reguläre EU-Mitgliedschaft Kanadas ist nach den geltenden Verträgen nicht möglich. Nach Artikel 49 des EU-Vertrags können nur europäische Staaten der Union beitreten.

Die USA und Kanada befinden sich aktuell in einem festgefahrenen Handelsstreit, der zuletzt wieder eskaliert war. Im Zollkonflikt mit der EU hatten sich die Vereinigten Staaten vor mehr als einem Jahr auf ein Zollabkommen geeinigt.

QUELLE:TRT Deutsch und Agenturen