Angesichts der anhaltenden Flüchtlingskrise in Spaniens Nordafrika-Exklave Ceuta fordert Regionalpräsident Juan Jesús Vivas mehr Hilfe durch Europa. Die EU solle dauerhaft in Ceuta präsent werden, etwa durch die Grenztruppen Frontex oder durch die Europäische Asylagentur, appellierte Vivas in einer Pressekonferenz im Europäischen Parlament. Wenn Ceuta untergehe, dann gehe auch Spanien und Europa unter.
Dabei erwartet Vivas auch finanzielle Hilfe durch Europa. So verlangte er eine Beteiligung an den Infrastrukturmaßnahmen, welche zur Absicherung der Grenze nach Marokko erforderlich seien sowie Gelder zur Bewältigung der humanitären Notlage. Besonders hinsichtlich der Aufnahme unbegleiteter Minderjähriger benötige die Region Unterstützung, sagte er.
Genaue Zahl der Schutzsuchenden nicht bekannt
Am 30. und 31. Juli waren nach Regierungsangaben rund 72.000 Schutzsuchende von Marokko nach Ceuta geschwommen oder über Grenzzäune geklettert. Bei einer Pressekonferenz am Dienstagmittag in Brüssel war von etwa 80.000 Geflüchteten die Rede. Genaue Zahlen seien jedoch nicht bekannt, räumte Vivas ein. Auch die Zahl der Menschen, die geblieben seien, sei unklar. Sie liege Schätzungen zufolge zwischen 5.000, 10.000 und 15.000, erklärte Vivas.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sieht unter anderem eine Desinformationskampagne Israels als Grund für die Ceuta-Krise. Netzwerke aus dem Land sollen in Zusammenarbeit mit rechtsextremen Gruppen Falschmeldungen auf Plattformen wie Instagram und TikTok verbreitet haben. Darin sei fälschlicherweise behauptet worden, dass Geflüchtete, die Ceuta auf dem Seeweg erreichten, in Spanien bleiben dürften. Untersuchungen des Diplomatischen Dienstes der EU (EAD) wiesen auf diese Akteure hin, erklärte Sánchez Ende August.























