Im Gazastreifen sind durch heftigen Regen zehntausende Zelte von vertriebenen Palästinensern überschwemmt worden. Am Samstag seien „etwa 70.000 Zelte, in denen Zehntausende Vertriebene untergebracht waren, überflutet worden“, teilte ein Pressebüro der Hamas mit. Zudem seien dutzende rissige Wände oder Dächer eingestürzt. Dabei habe es in mehreren Gebieten des von Israel verwüsteten Palästinensergebiets Verletzte gegeben. Einige von ihnen schwebten in Lebensgefahr.
Seit Samstagmorgen flüchteten hunderte Familien aus Lagern in Gaza-Stadt und im Zentrum und Norden des Küstenstreifens, nachdem große Wassermassen die Camps überflutet hatten. Sie sind nun obdachlos.
Behörden beklagen fehlende Ausrüstung und Beschränkungen Israels
Der Sprecher des Zivilschutzes, Mahmud Bassal, teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, seine Teams hätten in der Nacht mehr als 1500 Anrufe von Menschen erhalten, die nach der Überflutung ihrer Zelte um Hilfe gebeten hätten. Die Behörden hätten dafür jedoch keine Ausrüstung und keine Kapazitäten.
„Wir haben einen dringenden Notruf an die internationale Gemeinschaft und humanitäre Organisationen gerichtet“, sagte Bassal. „Wir können die Folgen dieses Sturms nicht alleine bewältigen.“
Ein Zusammenschluss palästinensischer zivilgesellschaftlicher Organisationen warnte in einer Erklärung derweil vor der Gefahr der „Ausbreitung von Krankheiten und Epidemien“, die das Leben von Hunderttausenden von Einwohnern bedrohe. Die Organisationen forderten, Druck auf Israel auszuüben, „damit humanitäre Hilfe uneingeschränkt ins Land gelassen wird“.
Israels Vernichtungskrieg in Gaza
Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Viele Experten und Menschenrechtsorganisationen stufen diesen als Genozid ein. Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird.
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza tötete Israel seit Oktober 2023 mindestens 74.640 Menschen in Gaza und verletzte fast 176.000 weitere.























