Zweieinhalb Wochen nach dem Schusswaffenangriff mit zehn Toten im schwedischen Örebrö versucht die Polizei weiterhin zu klären, wie der Angreifer die letzten Stunden vor seiner Tat verbracht hat - und welches Motiv er hatte. Die stellvertretende Polizeikommandantin Emelie Bodegrim erklärte am Donnerstag, es gehe insbesondere um das dreistündige Zeitfenster, bevor der Täter Rickard A. am 3. Februar um 11.30 Uhr erstmals auf dem Gelände des Bildungszentrums für Erwachsene gesehen wurde. Eine Stunde später hatte er dort das Feuer eröffnet.
Auf der Website der Polizei wurde ein Foto des Täters veröffentlicht, das ihn wenige Stunden vor der Tat zeigt. Darauf ist der Mann von Kopf bis Fuß schwarz gekleidet und trägt auf dem Rücken einen Gitarrenkoffer sowie eine blaue Ikea-Tasche in der rechten Hand sowie einen Regenschirm und eine weitere Tasche in der linken. Die Polizei rief Menschen, die ihn am Tag der Tat gesehen haben, dazu auf, sich zu melden.
Bei der Tat Anfang Februar vergangener Woche handelte es sich um den schlimmsten Schusswaffenangriff in der Geschichte Schwedens. A. tötete sieben Frauen und drei Männer verschiedener Nationalitäten und im Alter zwischen 28 und 68 Jahren. Später erschoss er sich selbst.
Nach jüngsten Polizeiangaben gelangten die Sicherheitskräfte nach dem ersten Notruf über abgefeuerte Schüsse in der Einrichtung binnen sechs Minuten an den Tatort, dann schoss der Täter auf sei. Daraufhin habe er keinen weiteren Schuss mehr abgegeben - außer jenem, mit dem er Suizid beging.
Es sei den Polizisten jedoch zunächst nicht gelungen, dessen Schüsse zu erwidern. Insgesamt seien am Tatort 70 Munitionshülsen gefunden worden. Wie die Polizei weiter erklärte, wählte der Täter seine Opfer „zufällig“ aus. Das Motiv des Mannes sei weiterhin unklar, es werde womöglich auch im Dunkeln bleiben.
Der Täter Rickard A. war arbeitslos und lebte seit 2016 zurückgezogen in seiner Wohnung. Er hinterließ nur wenige digitale Spuren. Bekannt ist allerdings, dass er einen Waffenschein und legal vier Jagdwaffen besaß.