Die UEFA hat das Europa-League-Finale 2029 an die serbische Hauptstadt Belgrad vergeben. Das Endspiel soll laut einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der serbischen Nachrichtenplattform „Srpske Novine“ am 23. Mai 2029 im neuen Nationalstadion im Belgrader Vorort Surčin stattfinden. Die Entscheidung fiel demnach am Dienstag bei einer Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees im griechischen Thessaloniki.
Serbiens Präsident Aleksandar Vučić begrüßte die Entscheidung. „Das Europa-League-Finale wird im Nationalstadion in Surčin ausgetragen“, schrieb er auf Instagram und gratulierte den Bürgern Serbiens, Belgrads und Fußballfans.
Bei der Vergabe setzte sich Belgrad gegen Ankara durch. Die Entscheidung sorgte für Aufsehen, weil das Nationalstadion in Surčin laut „Srpske Novine“ noch nicht fertiggestellt ist. Die UEFA geht dem Bericht zufolge jedoch davon aus, dass die Arena rechtzeitig fertiggestellt wird.
Vučić sagte, die UEFA habe Vertrauen in Serbien, und das Land werde das Stadion rechtzeitig fertigstellen. Auch der serbische Fußballverband (FSS) bestätigte die Vergabe. Nach Angaben des Verbands war der Zuschlag das Ergebnis monatelanger Vorbereitungen und Abstimmungen mit der UEFA.
Roter-Stern-Fans empören mit Mladić-Ehrung – UEFA verhängt Strafe
Die Vergabe des Finals sorgt auch vor dem Hintergrund der jüngsten Eklats des Belgrader Klubs Roter Stern für massive Kritik. Anfang September hatte die UEFA den serbischen Klub mit einer Geldstrafe von 90.000 Euro belegt. Grund waren Gesänge und der Hitlergruß-ähnliche Salut von Anhängern zu Ehren des verurteilten und kürzlich verstorbenen bosnisch-serbischen Kriegsverbrechers Ratko Mladić beim Europa-League-Playoff gegen Viktoria Pilsen am 27. August (1:5).
Ungeachtet der UEFA-Strafe sorgte kurz darauf beim Stadt-Derby zwischen Roter Stern und FK Partizan Belgrad eine Fan-Choreografie mit dem Bild von Mladić erneut für heftige Kontroversen.
Mladić und der Völkermord von Srebrenica
Mladić, auch bekannt als der „Schlächter von Bosnien“, wurde 2017 vom UN-Tribunal in Den Haag wegen seiner Rolle bei den Gräueltaten während des Bosnienkriegs von 1992 bis 1995 zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach 16 Jahren Flucht war er 2011 in Serbien festgenommen worden. Das Urteil wurde 2021 letztinstanzlich bestätigt.
Die Richter stellten unter anderem Mladićs zentrale Verantwortung für den Genozid von Srebrenica im Juli 1995 fest, bei dem mehr als 8000 muslimische Männer und Jungen brutal ermordet wurden. Mladićs Truppen hatten zuvor die damalige UN-Schutzzone Srebrenica eingenommen und dort Gräueltaten verübt. Internationale Gerichte stuften das Massaker als Völkermord ein. Srebrenica gilt als Schauplatz eines der schwersten Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Dennoch wird Mladić in Teilen der serbischen Gesellschaft bis heute verehrt.
Der frühere bosnisch-serbische Militärchef starb am 27. August 2026 im Alter von 84 Jahren während der Verbüßung seiner lebenslangen Haftstrafe in Den Haag. Sein Leichnam wurde anschließend nach Belgrad überführt und dort vor seiner Beisetzung mit militärischen Ehren empfangen. Tausende Menschen nahmen an der Beerdigung teil, darunter auch Vertreter der serbischen Regierung. Die Zeremonie löste international scharfe Kritik aus.




























