Die meisten Nuklearmächte haben einer Studie zufolge zuletzt die Produktion an Atomwaffen erhöht und deren Einsatzbereitschaft ausgeweitet. Dem am Donnerstag veröffentlichten „Nuclear Weapons Ban Monitor“ zufolge stieg die Zahl der von den neun atomar bewaffneten Staaten schnell einsetzbaren Sprengköpfe im Jahr 2025 auf 9745 Sprengköpfe – ein Zuwachs um 141 im Vergleich zu 2024.
Rund 40 Prozent, insgesamt 4012 schnell einsetzbare Sprengköpfe, waren demnach auf Trägersystemen wie Interkontinentalraketen, mobilen Abschussvorrichtungen, U-Booten oder Bombern stationiert.
Insgesamt verfügten die neun Atommächte zu Jahresbeginn dem Bericht zufolge mehr als 12.187 Sprengköpfe – 144 weniger als Anfang 2025 und drastisch weniger als Mitte der 80er Jahre, als deren Anzahl in einer Hochphase des Kalten Krieges mehr als 70.000 betrug.
Die Studienautoren warnten jedoch vor einem neuen Wettrüsten, das sich vor dem Hintergrund wachsender Spannungen in Europa, Asien und im Nahen Osten abzeichne.
Nahezu alle neun Staaten mit Atomwaffen hätten ihre Arsenale zuletzt vergrößert oder entsprechende Pläne angekündigt, heißt es in dem in Genf von der norwegischen Nichtregierungsorganisation Norsk Folkehjelp und der Denkfabrik Federation of American Scientists (FAS) veröffentlichten Bericht. „Die Ära der nuklearen Abrüstung ist vorbei“, sagte Hans Kristensen von der FAS. Dies markiere einen „enormen Wandel“.
Im Besitz von Atomwaffen befinden sich Russland, die USA, China, Frankreich, Großbritannien, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea. Diese investierten laut der Studie massiv in die Modernisierung ihrer Arsenale. „Die nukleare Abschreckung läuft inzwischen auf Autopilot“, sagte Studien-Co-Autor Kristensen.
Zugleich schreitet die internationale Abrüstungsinitiative voran: Bis Ende 2025 hatten 99 Staaten den 2017 ausverhandelten Atomwaffenverbotsvertrag (IPNW) unterzeichnet oder ihn ratifiziert. Keine der neun Atommächte ist dem Abkommen beigetreten.














