Papst Leo XIV. hat ein Ende der Gewalt gegen die palästinensische Bevölkerung im Westjordanland gefordert. Nach seinem Mittagsgebet in Castel Gandolfo sagte das Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken: „Ich erneuere meinen Appell, dass die wiederholten Gewalttaten gegen die palästinensische Zivilbevölkerung im Westjordanland ein Ende nehmen.“
Er forderte die internationale Gemeinschaft zudem dringend auf, die Zweistaatenlösung für einen „gerechten und dauerhaften Frieden“ voranzubringen. Mit der Zweistaatenlösung ist gemeint, dass Israel und ein unabhängiger Palästinenserstaat friedlich nebeneinander bestehen würden.
In den vergangenen Jahren hat die Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland zugenommen. Seit inzwischen einer Woche belagern extremistische Siedler palästinensische Wohnhäuser im Dorf Kusra im Norden des Westjordanlandes. Israelische und palästinensische Medien berichteten zudem unter Berufung auf Bewohner, dass israelische Soldaten Schäden in den Häusern angerichtet und Geld gestohlen hätten. Die USA als enger Verbündeter Israels forderten Israel zuletzt auf, die extremistischen Siedler aus Kusra zu entfernen.
Israel besetzt seit dem Sechstagekrieg 1967 unter anderem das palästinensische Westjordanland und Ostjerusalem. Heute leben dort rund 730.000 Siedler in mehr als 370 illegalen Siedlungen und Außenposten. Immer wieder kommt es dort zu Übergriffen auf Palästinenser durch extremistische Siedler. Sie dringen in palästinensische Dörfer ein, verüben Brandanschläge und zünden Felder und Olivenhaine an. Die israelische Armee schreitet meist nicht ein, sondern schützt die Angreifer und übt selbst Gewalt aus.
Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den israelischen Siedlungsbau in einer Resolution aus dem Jahr 2016 und stufte ihn als völkerrechtswidrig ein.























